Sprengungen auf einer tropischen Insel führen zu ungeplanten Tauchmanövern, welche wiederum zu einem interessanten Fund führen: zwei toten Dinosauriern und einem Höhlenmenschen. Diese werden direkt geborgen und man wittert das große Geld. Als Blitze einschlagen und die prähistorischen Genossen zum Leben erwecken, wird es jedoch ruppiger.
Der Film mit dem reißerischen Titel „Mördersaurier“ (OT: Dinosaurus! [man beachte das penetrante Ausrufezeichen]) stammt aus dem Jahre 1960 und verspricht Dinoaction und aus heutiger Sicht vermutlich auch Trash. Die Erwartungen sind hoch, obwohl man wohl nur schwerlich eine Einschätzung treffen kann. Wie schlagen sich die Urzeitechsen?
Die Charaktere sind wie gewohnt sehr... amerikanisch. Ein böser Ausbeuter, eine zuckersüße Blondine und ansonsten nur stramme, anständige Kerle bilden den Kern der zeitgenössischen Figuren. Wenig innovativ, aber hier muss man wohl die Jahreszahl im Kopf behalten. Der Höhlenmensch nervt anfangs gewaltig, entpuppt sich dann aber als durchaus heroisch und weniger anstrengend. Dennoch wirkt er irgendwo deplatziert, auch wenn er die Handlung vorantreibt.
Die Dinos sind wahrlich herzallerliebtst ausgefallen. Klar, heutzutage sehen selbst viele Actionfiguren lebensechter aus, aber genau das macht den Charme wohl aus. Irgendwo zwischen Puppe und Eierkarton angesiedelt, wandeln der T-Rex und der Brontosaurus (?) steif durch die Insel und scheinen wohl zwischen Stop Motion und Kostüm angesiedelt worden zu sein, was die Tricktechnik angeht. Die Szenen – inklusive der Kämpfe, die hier hervorzuheben sind – machen wirklich Spaß und vermögen einem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Leider haben die Kreaturen viel zu wenig Screentime abbekommen und wirken fast schon wie Nebencharaktere. Hier schüren Titel und Poster definitiv falsche Erwartungen. Die komödiantischen Szenen mit dem Barbaren dominieren ein gutes Drittel des Films und der Bösewicht im weißen Anzug wird auch stark ausgebaut. Hier kann man nicht von einem Desaster sprechen, aber diese Aspekte stellen wohl für keinen potentiellen Zuschauer einen Anreiz dar. Außerdem geht nach dem zügig abgespulten Anfang deutlich zu viel Zeit ins Land.
Fazit: Netter Dinofilm mit zu wenig Dino. Das ist das Hauptproblem. Die sonstigen Handlungsstränge sind nur mäßig amüsant und verlaufen sich häufig. Das Stop Motion und die Modelle der beiden Saurier können aber einiges an Potential retten, weswegen eine zumindest einmalige Sichtung Trashliebhabern nicht unbedingt wehtun würde.