Der Titel nimmt es bereits ein wenig vorweg: Bei einem Monster ohne Gesicht dürfte es sich um eine unsichtbare Kreatur handeln, was es den Machern in Sachen FX denkbar einfach macht, denn die Mimen müssen nur so tun, als würden sie schmerzvoll krepieren.
Doch denkste, in den letzten fünfzehn Minuten werden die Viecher sichtbar und spätestens dann kann der Trashfreund gnadenlos abfeiern.
Es ist natürlich die Zeit, in der sich die Angst vor unberechenbaren wissenschaftlichen Errungenschaften im kompletten Genre abzeichnet: Furcht vor Atomkraft steht hier im Vordergrund und der Mob, der die militärischen Experimente am Rande ihres Ortes satt hat, schimpft bereits auf Major Jeff Cummings, der damit beschäftigt ist, die Ursache von vier plötzlichen Todesfällen herauszufinden.
Eine Spur führt ihn zu Professor Walgate, der Experimente mit Telepathie veranstaltete…
Es beginnt relativ harmlos, als der erste Tote, der Bruder des Love Interests Barbara, von einem Soldaten aufgefunden wird. Obduktionen an späteren Opfern ergeben: Es handelt sich um Gehirn-Vampire!
Denn den Opfern wurde vom Nacken aus Gehirn und Rückrat entfernt, Essenzen von denen sich die Kreaturen nähren und sogar vermehren.
Allerdings verhalten sich die unsichtbaren Teile wie ein Dummbatz, da sie beim Fortbewegen alles mögliche umschmeißen, damit die Leute von der Effektabteilung ein paar Mal mehr an unsichtbaren Fäden ziehen können.
Dabei ist das Tempo recht hoch, Gefühlsduseleien werden knapp gehalten und bevor man sich auf Liebesebene annähert, muss mindestens noch eine Prügelei mit dem Sheriff her.
Hinzu kommen Dörfler auf der Pirsch im Wald, da die leicht Zurückgebliebenen natürlich ein irdisches Wesen oder gar einen verrückten Soldaten für die Taten verantwortlich machen.
Kurz vorm Showdown erklärt der Professor, was es mit den Experimenten und der Atomenergie auf sich hat und kurz darauf werden die Viecher sichtbar.
Diese darf man sich dann wie ein Hirn mit Fühlern und dem Rückenmark als Körper vorstellen, die sich in Stop-Motion wie Raupen durch die Gegend bewegen, kurz anpeilen und dann ihr Opfer anfliegen. Herrlich sind aber auch niederstreckende Schüsse, denn kurz darauf blubbert es wie köchelnde Tomatensoße.
Zum Finale ist Major Cummings natürlich der Auserkorene, um das Unheil ein für allemal auszumerzen.
Die Chose ist sogar einigermaßen gut gespielt und lässt Raum für kleines Augenzwinkern mit dummen Sprüchen und leichter Situationskomik. Auch die Nebendarsteller überzeugen innerhalb ihrer Abgänge, denn zunächst sieht es so aus, als würde sie jemand Unsichtbares erwürgen.
Bezeichnend ist natürlich auch der fulminante Score, der mit ziemlicher Wucht ohne Unterlass dudelt, aber eben die typischen Untergangsstimmungen der Fünfziger widerspiegelt.
„Ungeheuer ohne Gesicht“ ist ein wunderbares Beispiel für unterhaltsamen Trash, der zu keinem Moment langweilig erscheint.
Die Tricks gehen mit all ihren witzigen Nebenwirkungen völlig in Ordnung, gleiches gilt für die Dramaturgie der an sich simplen Geschichte, welche für heutige Verhältnisse selbstverständlich komplett vorhersehbar abläuft.
70 Minuten charmanter Trash mit lustigen Mutationen und sympathischen Wegbegleitern, - Pflicht für alle Monsterfans!
7,5 von 10