Review


Inhalt (englische Fassung):

China, in den Jahrzehnten nach der bürgerlichen Revolution von 1911.
Wen ("Michael" Chan Wai-Man) und sein Kumpel (Charlie Chan) sind KungFu-Brüder. Als Wen Zeuge wird, wie ein vermeintlicher Juwelen-Dieb stirbt, steht diesem Wen zuvor bei. Der Dieb hinterlässt die Juwelen, sowie eine Frau (Betty Ting Pei) und die gemeinsame Tochter.

Wen und sein Freund wollen die Juwelen der Witwe übergeben, dabei geraten sie mit einer Gangster-Bande in einen massiven Konflikt.
Der Big Boss (Cheng Lui aka Cheng Lei) der Bande, und die Chefin (Hu Chin) des Casinos, sind hinter den Juwelen her.
Die Gangster schrecken auch vor Mord nicht zurück.

Wen´s KungFu-Bruder wird getötet, und die Witwe sowie die Tochter von der Bande entführt.
Wen gelingt es jedoch, den Big Boss selbst gefangen zu nehmen, und die Frau sowie die Tochter frei zu bekommen. Doch auch der Big Boss kann sich befreien.
Als die Casino-Chefin -die sogar Wen´s Sympathien genießt- und die Witwe zu Tode kommen, ist das Maß endgültig voll.

Es kommt zum Kampf Wen´s gegen alle Gangster, und gegen den Big Boss zum gnadenlosen Duell auf Leben oder Tod...!


Kritik:

Im Jahre 1973 (laut hkmdb.com) drehte Regisseur Lui Gin diesen einfach strukturierten, offenbar äußerst kostengünstigen, eher durchschnittlichen KungFu-Actioner für die Studios des weitgehend unbekannten, kleinen Labels "StarSea Motion Picture Co./Golden Tripod" in Hongkong.

Einfach, rau, eine dünn-dürftige Handlung, eine sehr dunkel-düstere Atmosphäre in schäbiger Kulisse -alte, schmutzige und verfallene Fassaden en masse-, und etliche, brutale KungFu-Fights in einem rellen und harten Stil gehalten.
Das bietet "Chinese Godfather" ("Bruce Lee - Zwei Fäuste wie ein Orkan" -mit Bruce Lee hat dieser Film allerdings nichts zu tun). Und es ist eine eher ziemlich durchschnittliche Produktion vom Fließband..., von der Stange..., die mir allerding auch nur in einer 75-minütigen Fassung (laut hkcinemagic.com hat der Streifen eine originäre Laufzeit von 90 Minuten) vorliegt, also cut.

Die Story ist recht knapp gehalten, nicht immer so richtig kohärent, und ist auch nicht der zentrale Aspekt in diesem KungFu-Actioner. Einmal mehr soll sie nur die Fights irgendwie miteinander verbinden, und den Streifen zusammenhalten.
Das Ganze ist natürlich auch im Fahrwasser der Bruce Lee-Filme gehalten, der einsame, harte Kämpfer, viele Gegner, brutale Kämpfe, eine dünne Story die ins obligatorische End-Duell einmündet, fertig.

"Michael" Chan Wai-Man ist hier dieser Fighter, kalt, kompromiss-und gnadenlos. Eine leicht brüchige Männlichkeit wird nur zart angedeutet, Chan Wai-Man spielt seine Rolle solide und routiniert, und ist natürlich mehr der KungFu-Fighter als denn ein grandioser Mime hier.
Zunächst im Verbund mit Charlie Chan, ein cool-lässiges Duo. Eigentlich schade, dass Charlie hier früh dahinscheidet, ein Fight-Duo in dieser Konstellation bis zum Schluss wäre sicher noch interessanter gewesen.

Die Besetzung ist sogar überraschender Weise ebenfalls ziemlich interessant: Cheng Lui aka Cheng Lei als Haupt-Villain, ein Darsteller der viele Eastern für die Shaw Brothers drehte, immer im Schatten der Granden dieses Studios, wie Ti Lung und David Chiang. Hier mal in einer größeren Rolle, und das absolut überzeugend. Mit dem Schnurrbart ala Charles Bronson, agiert Cheng Lui kalt, hart und skrupellos, das bringt er routiniert rüber.

Hu Chin und Betty Ting Pei sind die beiden Frauen im Cast. Hu Chin einmal mehr in ihrer Parade-Rolle als edel-verruchte wie eitel-(geld)gierige Luxus-Tussie. Das macht sie gewohnt gekonnt.
Betty Ting Pei, angeblich ja in jenem Jahr dieser Produktion die Geliebte von Bruce Lee, und eigentlich auch primär eine Darstellerin der Shaw Brothers, ist ihr Auftritt hier überraschend. Ihre Rolle -obwohl die Rache-Gelüste des Helden mitprägend- ist indes nicht so gehaltvoll. 
Ting Pei und Hu Chin, sie verstanden sich am Set wohl ziemlich gut, ich hatte das Bild der beiden vom Set hier mal unter "Sonstiges/Link" eingestellt.

Der Rest des Ensembles agiert solide-routiniert, Wei Ping-Ao -der auch mit Bruce Lee drehte- und Wang Lai als kalt-sadistische Bordell-Mutti sind hier noch die ´prominentesten´ Entdeckungen für den Eastern-Kenner.

Die KungFu-Action steht im Vordergrund, das ist klar. Die Techniken sind rau und eher rustikal, KungFu in einem reellen und harten Stil, das ja, aber hohe Kampfkunst sieht natürlich anders aus.
Aber der Härte-Grad stimmt, und die finalen so ca. 20 Minuten, mit einem Stick-Fight mit Chan Wai-Man gegen viele Gegner -sogar atmosphärisch stark in fast "malerisch" erodierter Felslandschaft mit See im Hintergrund und unter strahlend blauem Himmel, mit die besten Szenen in diesem Film- und dem knallharten, langen End-Duell Chan Wai-Man vs Cheng Lui, bringen diesen Eastern noch ins Ziel.

Einen Bezug zu Bruce Lee will nicht nur die deutsche Titel-Bezeichnung setzen, sondern auch der originäre Film: Reingeschnittene Fotos von Bruce Lee während einer Kampf-Sequenz, das wirkt so unbeholfen wie aber auch irgendwie "charmant". Und die Faust des Helden rammt sich stakkato-artig mehrfach in die Magengrube eines Gegners, das ist ala Bruce Lee, gewollt und derbe Härte reinbringend.

"Chinese Godfather", niedrig budgetiert, Schwächen und eine unzulängliche Story waren unvermeidlich. Aber eine einfache, raue und harte Unterhaltung für den eingefleischten Eastern-Fan, kann der Streifen ebenfalls bieten.

Äußerst knappe, etwas wohlwollende 6/10 Punkte kann sich dieser Eastern noch auf der Zielgerade erfighten.

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