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Der Astronom Dr. Lehman und seine Assistentin Imogene O'Neil machen eine unglaubliche Entdeckung: Ein riesiger Asteroid droht die Erde zu zerstören. Aber niemand scheint die Lage ernst zu nehmen. Um die Katastrophe zu verhindern, machen sich die beiden Wissenschaftler auf den Weg von Mexiko nach Kalifornien zum einflussreichen Dr. Chetwyn, den sie überzeugen müssen, dass tatsächlich die Existenz der Erde auf dem Spiel steht. Erst sind es nur kleine Steinchen, doch dann schlagen immer größere Meteoriten ein, und aus Verunsicherung wird Panik.

Ursprünglich ist dieser Katastrophenfilm (doppelte Wortbedeutung ist in diesem Fall beabsichtigt) als Fernseh-Zweiteiler gemacht worden mit einer Lauflänge von drei Stunden. In der Glotze lief jetzt eine auf 111 Minuten runtergedampfte Version, wofür man den Fernsehfuzzies ausnahmsweise mal dankbar sein muß. Selbst diese verkürzte Zeit kommt einem nämlich wie eine gefühlte Ewigkeit vor. Bisher war ich jedenfalls der Meinung Deep Impact wäre die langweiligste Art den Weltuntergang vor dem Schirm zu erleben, aber dieses Werk müht sich redlich diese Spitzenposition streitig zu machen.
Hier kommt mal wieder alles böse von oben. Ein Planeten-Killer namens Cassandra hat durch eine blöde Kollision mit einem Asteroiden sich vom Äußeren des Sonnensystems ein wenig verlaufen und hält jetzt Kurs auf .... tadaaa, die Erde. Erste Vorboten des Meteoriten fangen schon an das Stadtbild von LA neu zu dekorieren und es bleiben maximal 48 Stunden bis zum Big Bang. Hier fängts schon an lustig zu werden. Die kleinen Brocken werden mittels Bazooka oder Raketen aus U-Booten zertrümmert (das US-Militär natürlich mit 100% Trefferquote) was ich jetzt irgendwie für leicht unmöglich halten würde.
Garniert wird dieses Szenario natürlich noch mit haufenweise Subplots und Nebencharakteren, die fast alle wenig bis gar nicht interessant sind. Zwischendrin läuft noch Stacy Keach als tattriger Sheriff herum und es gibt Schwierigkeiten bei der Berechnung des finalen Raketenbeschusses auf den größten Brocken. All das wird allerdings ziemlich dröselig präsentiert. Ärzte dürfen mit sorgenvoll aufgerissenen Augen traurige Kinder verarzten (was bei mir generell Würgereiz auslöst) und ganz doll auf menschlich machen, es ist einfach alles so stereotypisch was hier kurz vor dem planetoiden Armageddon abgeht, das es einfach nur öde anzuschauen ist.
Der Film ist dabei nicht nur sehr statisch und wenig aufregend, er ist dazu auch noch unnötig aufgebläht. Es ist mir ein Rätsel, wie man eine so dünne Suppe dann noch auf drei Stunden strecken kann. Ich kenne jetzt nur die kürzere Variante, kann mir aber beim besten nicht vorstellen, das sich da qualitative Unterschiede auftun und wenn dann nur in die schlechtere Richtung. Der Film soll aber gut gegen Schlaflosigkeit helfen.
3/10

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