Review

Miller's Crossing ist ein trocken erzählter, aber sehr unterhaltsamer Gangsterfilm.

Im Osten der USA, zur Zeit der Prohibition. Tom (Gabriel Byrne), die Hauptfigur des Films soll auf Wunsch des italienischen Bandenchefs Johnny Caspar (Joe Polito) den Bruder von Verna (Marcya Gay Harden) töten, welche Toms Geliebte ist. Allerdings ist Verna auch die Geliebte des irischen Bandenchefs Leo (Albert Finney), der den Tod von Vernas Bruder nicht zulassen will. Aus diesem Grund entsteht ein brutaler Bandenkrieg zwischen den zwei Gangs, in dessen Verlauf sich Tom entscheiden muss, für welche Partei er sich entscheidet...

Soweit, so kompliziert. Der ziemlich umfangreiche Plot wird in ruhigen Szenen erzählt und von hervorragenden Schauspielern glaubwürdig dargestellt. Zu loben ist an dieser Stelle der trockene Humor (typisch für die Coen-Brüder) und die Kurzweiligkeit, mit der das komplexe Skript trotz der gemächlichen Erzählweise realisiert wurde. Vor allem Gabriel Byrne als zynischer coldblooded son of a bitch sollte hier für seine schauspielerische Leistung besonderes Lob ausgesprochen werden. Der Film verzichtet komplett auf schnelle Schnitte, große Kamerafahrten oder sonstige außerordentliche optische Gimmicks. Da Kamera bleibt meist statisch und ist mit einem Braunfilter unterlegt. Die Dialoge sind gespickt mit teils witzigen, teils harten Wortgefechten, die den Verlauf interresant halten. Ein paar kleinere Actionszenen gibt es auch zu bestaunen, die genauso gemächlich wie der Rest des Films inszeniert wurden, auch das ein oder andere Blutpäcken darf da mal platzen. Sehr schön auch das gesamte Setting des Films, da es den Beteiligten gelungen ist, die 30er Jahre durch die Autos, Häuser und Kleidung dieser Ära wiederaufleben zu lassen.

Fazit: wer Filme wie "Good Fellas", "State of Grace" oder "Once upon a time in America" gut findet, sollte sich diesen Geheimtipp nicht entgehen lassen.

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