Review

 Miller's Crossing

Was gibt es nicht für grandiose Gangsterfilme. „The Godfather", „Goodfellas" oder auch „Scarface". Leider wird dieses Werk der Coen Brüder immer komplett übergangen, wenn man über Filme über die „ehrenwerte Gesellschaft" spricht. Zu Unrecht, denn der Film ist durchaus in einem Atemzug mit den oben angeführten Werken zu nennen.

Tom Reagan arbeitet für den Gangsterboss Leo. Als dieser dem Gangster Caspar den Kopf des Ganoven Bernie Bernbaum verweigert, kommt es zum Bandenkrieg. Reagan gerät in die Mitte des Krieges, da er mit Leo's Freundin Verna schläft. Diese versucht ihren Bruder Bernie zu beschützen. Tom beginnt, die Gangster gegenseitig auszuspielen und gerät dadurch selbst in die Schußlinie. Eine blutige Eskalation scheint vorprogrammiert.

Am Anfang erinnert das Setting an „The Godfather". Caspar teilt Leo seine Ansichten über Charakter mit, während Tom und Leo und zuhören. Allerdings artet das Gespräch dann in ein Streitgespräch aus. Allerdings geht hieraus schon hervor, dass die Geschichte blutig enden wird. In einem Gangsterfilm der Coens gibt es keine Ehre oder ähnliches. Jeder ist nur auf seinen Vorteil bedacht, versucht alle gegeneinander auszuspielen. Selbst die einzige Frau im Film, Verna, ist nur auf ihren Vorteil bedacht, obwohl sie sich um ihren Bruder Bernie sorgt. Idendifikationsfiguren sucht man vergebens. Selbst der Hauptcharakter, grandios gespielt von Gabriel Byrne, wechselt ständig die Seiten und spielt die Gangster gegeneinander aus. Gute oder normale Charaktere sind nun mal keine Gangster.

Natürlich darf in einem Coen Film nicht der typische schwarze Humor fehlen, dieser meistens gepaart mit brutaler Gewaltdarstellung. Da werden zum Beispiel Menschen abgeschlachtet während das Lied „Danny Boy" im Hintergrund läuft oder ein kleiner Junge stiehlt einem Toten sein Toupet.

Schauspielerisch in den Vordergrund tritt natürlich Gabriel Byrne, der hier wohl seine beste Performance neben „The Usual Suspects" abliefert. Man sieht, dass er das Talent hat ein großer Schauspieler zu sein, leider war ihm der große Durchbruch bisher vergönnt. Albert Finney, John Torturro und Jon Polito wissen ebenso zu überzeugen, wobei der kurze Auftritt von Steve Buscemi verschenkt ist.

Fazit:

Die Allrounder Coen zeigen, dass sie auch im Gangster-Genre bestehen können. „Miller's Crossing" zieht zwar den kürzeren gegenüber dem Genre Klassiker „The Godfather", braucht den Vergleich zu Werken wie „Goodfellas" oder „Scarface" nicht zu fürchten.

8/10

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