Im Vergleich zu dem ähnlich angesiedelten Road to Perdition fand ich ihn sehr schwach. Beide Filme haben die Zeit und die farbliche Gestaltung gemeinsam.
Der ganz große Unterschied ist für mich, dass ich bei Miller`s Crossing an keinem der Darsteller hänge. Aus meiner Sicht wurde hier keiner außergewöhnlich gezeichnet. Die Motivik des Hauptprotagonisten hat sich mir auch nicht mit letzter Sicherheit erschlossen. Angesichts dessen, dass er am Ende des Films eine Träne im Auge hat, denke ich dass die Pointe und damit verbunden auch die Motivik in Richtung Männerfreundschaft geht, die ihn mit Leo verbindet und die dafür sorgt dass er sich immer nur in dessen Schatten gehalten hat und letztendlich auch dazu, dass er um Leo zu retten eben das Ganze auf sich genommen hat und Caspar für ihn ausgespielt hat. Letztendlich steht unser Hauptprotagonist am Ende aber mit leeren Händen da (eines der wenigen tragischen Momente des Films, die aber wenig ausgespielt werden). Richtig ist, dass der Film sich nie ganz entscheiden kann worauf er genremäßig Akzente setzt (ob er nun z.B. nun eher Gangsterdrama sein will -zu viele Elemente stehen manchmal unverbunden nebeneinander). Das Ganze wirkt am Ende auf mich auch entsprechend heterogen.
Die dem Drehbuch immer wieder unterstellte Intelligenz finde ich auch übertrieben. Ja der Film hat einige Winkelzüge-das meiste war für mich aber vorhersehbar (auch hier kommt wieder meine Kritik von den zu schwachen Charakterzeichnungen zum tragen; es ist einfach zu durchschaubar wie sich Tom verhält. Der Charakter hat zu wenig Unberechenbares und tötet nur wenn er absolut dazu gezwungen ist. Da er sich an diese Prämisse auch immer hält, ist es nicht schwer seine Handlungen in den Schlüsselszenen vorauszuahnen) und da war nichts was ich aus (evtl. der Mehrheit unbekannteren Genrefilmen) nicht schon besser kannte.
So wundert es mich letztendlich auch nicht, dass ich recht lange um dieses Werk drum herumgekommen bin. Die hohen Bewertungen hier bei OFDB hatten mich zugegebermaßen letztendlich neugierig gemacht und mein eigenes Interesse am Gangsterfilm.
Die für letzteren obligatorischen harten Szenen halten sich bei Miller`s Crossing allerdings stark in Grenzen. Das Unterhaltsamste für mich waren noch die Ausbrüche von Caspar. Unterm Strich wirkte aber auch dieser wenig respekteinflösend, eher oftmals hilflos und seine Dialoge um Ethik sinnentleert bzw. lächerlich.
Unterm Strich kann ich nur sagen, dass der Film handwerklich sauber gemacht ist und durchaus sehenswert ist. Aber ich bin umgekehrt nicht der Meinung, dass hier ein großer Wurf gelandet wurde. Das Ganze ist meines Erachtens gerade mal leicht überdurchschnittlich, daher dann auch folgerichtig 6/10 Punkten.
Klare Empfehlung zum einmal ansehen; ich persönlich würde ihn aber nicht nochmal kaufen.