Review

Ein Film wie eine warme Decke

„Is Anybody There?“ ist ein wunderbar sensibles und witzig-britisches, jedoch auch definitiv universelles Drama über einen zehnjährigen Jungen im Altersheim seiner Eltern, der umgeben von Tod und den Geistern vergangener Tage einen alten, mürrischen Zauberer kennenlernt (sensationell: Michael Caine!), wovon beide nur profitieren können… 

Tod, Magie & Erwachsenwerden

Altersheime und unser Umgang mit alten oder gar sterbenden Menschen ist gerade in den letzten Jahren ein boomendes und quasi unumgängliches Thema. Weltweit, quer durch Gesellschaft und Genres. Aber wenige Filme haben dabei in den letzten Jahren dermaßen kongenial die richtigen Töne getroffen wie „Is Anybody There?“ schon 2008. Und damals war das scheinbar trotz Starbesetzung noch kein Thema für die Massen - anders kann ich mir die nahezu totale Vergessenheit dieser kleinen Perle nicht erklären. „Is Anybody There?“ hat alles. Große Gefühle ohne Zucker. Eine Ruhe und doch jederzeit eine enorme Konzentration auf's Wesentliche. Einen tollen Kinderdarsteller. Einen Michael Caine in Topform. Aufrichtige Komik - auch in den traurigeren Momenten. Familie. Liebe. Romantik. Trauer. Tod. Leben. Damals wurden die 80s-Vibes noch nicht zu inversiv in jeden Frame gequetscht. Die Laufzeit scheint perfekt. Und die Lebensweisheiten wirken nie auch nur ansatzweise wie Kalendersprüche. Zu britisch ist das Ganze auch nie. Eine „Geistergeschichte“ wie keine zweite. Eine echte Entdeckung. Insgesamt kann ich das nur als Balsam für die Seele bezeichnen. 

Ein Film wie ein liebevoller Klaps deiner Oma auf den Popo

Fazit: So ruhig, so süß, so ehrlich, so konzentriert, so schön… „Is Anybody There?“ sollte viel bekannter sein und mehr Verbreitung finden - denn ich kann mir niemanden bei klarem Verstand und mit nur etwas Herz vorstellen, den das nicht an genug Stellen oder gar durchgehend ergreift, erfreut, erheitert! 

Details
Ähnliche Filme