Nachdem ich im Laufe der Jahre immer mal wieder Positives über diesen kleinen Klassiker des deutschen Amateur-Splatters gehört hatte, dachte ich mir, ich kram jetzt meine Directori-Kassette raus und schau mir dat Dingen auch endlich mal an, haha.
Viele von Euch werden das kennen: Man hat einfach zu viele Filme und kommt mit dem Anschauen gar nicht hinterher!
Nun denn, es war soweit. Mit einigen Erwartungen aufgrund des zahlreichen Lobes, welcher der Film größtenteils einheimste, schmiss ich den Videorecorder an (VHS forever, Dog!).
Wie dann eigentlich abzusehen war, ist Requiem der Teufel nicht die Granate, die ich erwartet hatte. Die Schauspieler, vor allem der Hauptdarsteller, sind engagiert und teilweise sogar talentiert, können jedoch auch nicht immer sicher vermitteln, daß jeder Gag freiwillig und beabsichtigt war.
Die Story des betrogenen Ehemanns, der Rache übt und von den Toten heimgesucht wird, ist nicht grade Ofenfrisch, wird aber recht ansprechend abgespult. Nichtsdestotrotz wirkt vieles zu langatmig, ein Großteil der Szenen hätte knackiger inszeniert werden können, ohne den Fluss zu stören. Ein, zwei Einstellungen und Dialoge hätte man sich auch komplett sparen können, im Endeffekt zieht das den Streifen aber auch nicht total runter. Insgesamt haben wir einfach einen (im positiven Sinne) durchschnittlichen Amateurfilm, keinen Scheißdreck und keinen Oberhammer. Von der ganzen Produktion, Inszenierung und Herangehensweise ist das sogar schon sehr ordentlich, Kamera und Schnitt sind semi-professionell und auch Sound/Nachvertonung stimmen.
Insgesamt fehlt mir nur ein wenig die Würze, die Action. Also Mut zum Risiko, mal die Sau rauslassen und so...
Leider nicht so professionell sind aber auch einige Tricks und Masken geworden, da hätte man Zeit und Geld lieber noch in Material/Versuche als in Dialoge/Laufzeit stecken sollen.
Im Gesamteindruck ein handwerklich vorbildlicher, auch gewollt humoristischer Amateurfilm, der trotz des etwas behäbigen Tempos und der gestreckten Laufzeit zu unterhalten weiß. Auch wenn Splatter-Aficionados und Terror-Freaks wohl nicht ganz auf ihre Kosten kommen werden. Ein ziemlich individueller und gelungener Streifen. 6/10