Review

Dem Nörgler Ludwig Herrmann kann es niemand recht machen. Besonders seine hübsche Frau nicht. Als er merkt, dass sie einen Liebhaber hat, steht sein Entschluss endgültig fest: Sie muss weg! Und der Liebhaber auch…
Nachdem dies erledigt ist, hofft Ludwig, endlich Ruhe zu haben. Aber die beiden sind mit ihrem frühen Tod nicht einverstanden. Und die Dämonen der Hölle auch nicht: Sie erfüllen die beiden mit neuem Leben. Fortan muss Ludwig Todesqualen erleiden. Die grausame Rache kennt keine Schmerzgrenze… 
(Klappentext, Directori-Tape)

Freunde von billig produziertem Gedärmematsch aufgepasst: Mit „Grausame Rache der Dämonen“ aka „Requiem der Teufel“ schneit uns eine kleine Perle in Sachen Amateursplatter ins traute Heim, ein schmuckes Überbleibsel aus der Zeit, als der deutsche Splatterfilm laufen lernte. 1993: „Violent Shit 1 + 2“ waren schon runtergekurbelt, ebenso „Nekromantik“. „Premutos“, „Die Mudder sei Gesicht“ und „Captain Cosmitik“ lagen aber noch in weiter, weiter Ferne und in den Hirnen ihrer genialen Schöpfer verbuddelt.
Dieser mit sehr viel Liebe zusammen geschusterte Streifen beinhaltet jedenfalls sämtliche Ingredienzien, die für das Sehvergnügen von Nöten sind:
     - Schauspieler: übermotiviert, gewollt lächerlich – für Amateur-Verhältnisse grandios
     - grobkörnige Funselkamera und Sets mit „Zuhause bei Oma“-Feeling
     - und viele schlechte FX.
Zugegeben, die FX sind wirklich mäßig, machen aber trotzdem Spaß, da man merkt, dass viel Mühe und Herzblut drinstecken. Ferner finden sich in vielen Gore-Szenen Anspielungen auf Klassiker wie „Evil Dead“ und „Antropophagus 2“. Einem Dämon werden z.B. die Augen eingedrückt und es wird mit minutiöser Geduld dargestellt wie ein Schraubenzieher in ein Ohr und ein Bohrer in eine Stirn eindringen. Klar, schaut nicht übermäßig echt aus und die Masken sind auch alle aus Pappmaschee, wir alle wissen jedoch, dass es noch um einiges schlechter geht, siehe „Exhibitionisten-Attacke“ oder „Fuck The Devil“. Außerdem weist der Streifen tatsächlich so etwas wie Atmosphäre auf, was in diesem Sektor schon eine mittlere Sensation darstellt.

„Ich habe Besuch mitgebracht - meine Nachbarin… MEINE SARG-NACHBARIN !“

Fazit:
Für ein Amateurfilmchen mit Nullbudget auf erstaunlich hohem Niveau. Gleichzeitig eine stille Huldigung Richtung Raimi, D’Amato und Fulci. Was will man mehr.

Details
Ähnliche Filme