Mit der Bezeichnung "Foltercamp" schneidet der deutsche Titel wieder mal auf. Tatsächlich ist es ein Arbeitslager im Dschungel, in dem strafgefangene Frauen (zur Verkürzung ihrer Haftzeit, vorgeblich) nach edlen Steinen schürfen. Der Film ist aber einer der besten der Kategorie sleaziger Dschungel-WIP-Film. Vor allem die feucht-dampfige Atmosphäre kommt ziemlich gut rüber. Für zusätzliche Nässe sorgen die Wasserleitungen zum Schürfen, die obligaten Duschen. Am Anfang befindet man sich auch noch im kleinen Boot auf dem großen Fluß. (Erstaunlicherweise fallen/springen aber nur Kerle ins Naß.) Den Mädels klebt die spärliche und einigermaßen zerfetzte Kleidung am Körper, ebenso aufgelöst sind die Frisuren (die sich ansonsten ja sogar in den Klassikern von Jack Hill, die nominell im Dschungel spielen, immer tiptop sind), und weil das noch nicht reicht, sieht es mir ganz danach aus, als ob man die Damen zeitweise auch noch mit Öl eingerieben hat!
Ebenso schwül sind die Sexszenen geraten - so soll es sein -, die im übrigen zumindest zwei Mal die Grenze zum Hardcore anpeilen, falls sie sie nicht sogar überschreiten (Definitionssache). EInmal geht ein Soldat (ist das nicht Danny Cohn-Bendit?) ziemlich explizit an die Sache ran, bis ihm die Süße von einer Giftschlange weggebissen wird. Und dann sieht man in einer Lesbenszene deutlich den Finger in der Muschi verschwinden.
Catfights und Auspeitschungen tragen dem Gewaltfaktor Rechnung. Obwohl ich keine Folter im eigentlichen Sinne sehen kann, herrscht doch eine ziemlich rauhe Atmosphäre, die von der deutschen Synchro auch noch unterstrichen wird. Zu den Schauspielleistungen braucht man wie üblich nicht viel zu sagen. Vom Aussehen her, finde ich es ganz gut, daß die Damen zwar ansehlich sind, aber nicht wirken als ob sich Fotomodelle in den Regenwald verirrt hätten. In diesem Film gefällt mir sogar Ajita Wilson, die ich sonst für einen schweren Abtörner halte.
Zur Handlung: Mit dem Nachschub fürs Arbeitslager mogeln sich Guerrilleros in das Camp, die einen Ausbruch organisieren, und -eher ungewöhnlich - auch erfolgreich durchstehen, wenn auch einige der Handlungsträgerinnen dabei draufgehen. Durch diese Schiene wird jedoch eher Abwechslung als Spannung erzeugt, aber mich stört das nicht so. Im explosiven Finale ist die feuchte Dimension jedoch plötzlich wie weggeblasen, und es dominieren Staub und Feuer. Vom Regisseur beabsichtigt? Vermag ich nicht zu sagen. Ebenso wenig wie die Antwort auf die Frage, ob die Revolutionshymne "Viva la revolucion" nicht doch ironisch eingesetzt wird, und es den Revolutionären in Wirklichkeit doch bloß um den Klunker geht.
Also insgesamt ein ziemlich gelungener Genrevertreter, der das allgemeine Publikum trotzdem nicht überzeugen wird können.