11.12.2006
Fälschlicherweise als koreanische Antwort auf "Crouching Tiger hidden
Dragon" betitelt, präsentiert uns Kim Sung-Soo einen klassischen
Historienfilm, der den Vergleich mit "Braveheart“ oder "Gladiator“
nicht scheuen braucht. Zwar würde die magere Rahmenhandlung auf einen
Bierdeckel passen, dafür ist aber die Umsetzung hervorragend. Dieses
Epos mit der stattlichen Lauflänge von 158 Minuten ( koreanische
Langfassung ) kommt mit einer Wucht und Kompromisslosigkeit daher, die
hierzulande nicht oft zu sehen ist.
Die Bildsprache ist einfach überwältigend. Es werden wunderschöne
Landschaftsaufnahmen gezeigt und mit einem passendem Musik-Score
kombiniert. Die Schlachten sind sehr roh und blutig mit recht derben
Szenen. Doch genau diese Rohheit in Kombination mit der Optik hebt den
Film aus dem Mittelmass hervor, da sich im Grunde nur Flucht und
Schlacht immer wieder aneinander reihen.
Aufgrund der mehr als dünnen Handlung geht die Charakterzeichnung
teilweise verloren und die Haupthelden wirken eindimensional. Über den
ehrgeizigen Generalssohn bis zur spröden Prinzessin werden alle
Klischees bedient und natürlich gibt es die stereotypischen
Entwicklungen der einzelnen Personen. Trotzdem überzeugen die
Darsteller, wobei natürlich Zhang Ziyi hervorsticht, da sie als einzige
hierzulande durch „Crouching Tiger hidden Dragon“ oder auch "Memories
of a Geisha“ einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat.
"Musa“ ist großes, gradliniges Historien-Kino. Er ist nicht perfekt,
aber die grandiosen Bilder, der stimmige Sound und die brachialen
Actionszenen kaschieren das schwache Drehbuch und machen ihn zu einem
der besten Filme des Genres.