Das sich Samuel L. Jackson wie ein Chameleon verändern kann, ist spätestens seit "187" bekannt. Diesmal schlüpft er doch tatsächlich in die Rolle eines schwarzen Schotten, der zudem noch Chemiker ist! Na ja, Chemiker ist er wohl nicht ganz, da er durch gewisse Drogendelikte in den 80ern seine Zulassung verloren hat. Trotzdem lässt sich so die Story gut an, denn wer hätte es gedacht, Jackson findet natürlich seinen Weg - er wird einfach Entwickler von Modedrogen. Drogen müssen allerdings auch abgesetzt werden, was widerum zum Verhängnis hat, dass man sich mit üblen Typen einlassen muss. Dies ist natürlich für einen Mann wie "Shaft" auch kein Problem, denn sein Hirn funktioniert natürlich mindestens zwei Ecken schneller, als das der anderen. Warum er seine alten Kunden alle aber durch den Schornstein jagen will, wird einem nicht so ganz klar. Endlich ist auch mal einem gewissen Meat Loaf - der den Obergangster miemt (nebenbei: eine etwas peinliche Vorstellung) - seine Fettleibigkeit ein Vorteil, denn dadurch überlebt er den Anschlag!? Nun ja, weiter im Text...auf einmal findet sich Jackson in London wieder, wo er mit anderen zwielichtigen Typen auch einen Deal wegen seiner neuen Wunderdroge perfekt gemacht hat. Von da an ist dann Robert Carlyle aka Begbie aus Trainspotting auf dem Plan. Er ist ab sofort der persönliche Taxifahrer von Samuel L. Jackson - und was für ein Zufall: doch glatt in einem Jaguar XJ (Snatch?! oder weil die Kisten in England so billig sind??). Das lustigste, was der Film jedoch zu bieten hat, das muss man ihm neidlos zugestehen, ist, als Carlyle - 100&iger Liverpool-Fan - mit einer Leuchtfackel in eine Bar voll mit ManU-Fans geht...einfach nur göttlich (alle, die sich im Englischen Fußball etwas auskennen, werden mich verstehen). Leider wünscht man sich bei der Besetzung mehr solcher genialer Späße. Darauf wartet man aber vergeblich. Der Film verebt so ziemlich die ganze Zeit eher in einem gehobenen Mittelmaß. Wäre er jetzt der erste Film dieser Art, würde wahrscheinlich die Bewertung besser ausfallen. Da er aber eher als Trittbrettfahrer anzusehen ist, lässt es eine bessere Kritik nicht zu!
Fazit:
Für alle, die einen unterhaltsamen Videoabend genießen wollen, bei dem sie nicht pausenlos nur ruhig sein wollen und aufpassen müssen, sondern auch nebenbei noch etwas Spaß haben wollen (etwa in einer gesellschaftlichen Runde), ist 51st State nichts verkehrtes. Denn, wenn man eine viertel Stunde des Films wegen Unaufmerksamkeit verpaßt, ist das kein Beinbruch...
6,5/10 Punkten