Review

Nach Pulp Fiction gabs ‚ne Nachzieherschwemme und deswegen gibt's für Erfolge wie "Snatch" auch eine.
Ein definitiver Nachmacher vor dem Herrn ist "The 51st State", der sich an das Konstrukt des Vorgängers einfach mal ranhängt, ohne jedoch das Tempo halten zu können.

Aber das macht nichts, die am Schluß gemessenen nicht mal 90 Minuten sind eine vergnügliche Angelegenheit mit genügend Aus- und Einfällen, auch wenn das alles ein wenig planlos in der Luft zu schweben scheint.
Samuel L. Jackson, der wohl immer noch nach der nächstcooleren Rolle sucht, stapft hier als Drogenchemiker im Kilt durch London, nachdem er ein halbes Syndikat in den USA durch den Schornstein gepustet hat, außer Meat Loaf, der ihm nun ans Fell will.
Derweil versucht Jackson seine neue Wunderdroge an Gangster in London loszuschlagen, wobei ihm ausgerechnet Robert Carlyle als Fixer hilft, der seine Figur wie eine Kreuzung seiner Rollen aus "Trainspotting" und "Ganz oder gar nicht" anlegt. Eine Killerin und ein abgedrehter Waffenhändler spielen auch noch mit, jagen sich, machen vieles zu Klump und diverse Leute werden erschossen.
Eingestreut ein paar groteske Witze (die Anweisung "Kümmer dich um ihn!" wird als Killerauftrag mißverstanden) und aus nicht näher erläuterten Gründen rennen ständig ein paar Skinheads hinter unseren Helden her und bekommen derbe was aufs Maul.

Wie das alles ausgehen wird, weiß man schon nach einer Viertelstunde und es ist schön unterhaltsam für einen leichten Videoabend, aber höher stufen sollte man das alles nicht. Zu vieles bleibt hier des Effekts wegen ungeklärt, sowohl die Frage, warum Jackson ständig Kilt trägt, über Carlyles Fixer, der gar nicht fixt bis zu Meat Loafs groteskem, aber kaum nachvollziehbarem Abgang.
Zwischen dem vierzehnten und neunundzwanzigsten Lebensjahr aber der ideale B-Film für die Snatch-Party.
Und: es gibt haufenweise schlimmere Filme, die man aus der Mediathek mitnehmen kann. (6/10)

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