Ein inhaltlich weniger anziehendes, aber über weite Strecken unterhaltsames Stück Film setzt uns hier Ronny Yu vor. Genauer gesagt ist "The 51st State" eines der unzähligen, im Tarantino'schen Fahrwasser schwimmenden, lässig auftretenden Movies, bei dem man nie das penetrante Gefühl los wird, hier sollte unbedingt ein Kultfilm heranreifen. Bezüglich dieser Herausforderung hat "The 51st State" mit Sicherheit nicht gefruchtet; ein allemal goutierbarer Streifen liegt hier aber dennoch vor.
Die Geschichte ist dabei zwar nun ganz angenehm konzipiert, bietet jedoch nichts, was das Genre nicht schon kennt. So wurden hier schließlich wilde Charaktere zusammengewürfelt und aufeinander los gelassen. Der Werdegang der Handlung mit einer neuen Wunderdroge als Dreh- und Angelpunkt hat nicht wirklich Überraschungen im Repertoire, sodass hier andere Aspekte vielmehr im Vordergrund stehen. Da wären einerseits die teils ziemlich skurrilen Naturelle der auftretenden Figuren: Ein tuntig anmutender Waffenhändler und Discobesitzer, zusammenhangslos im Bilde erscheinende Skinheads, denen ihre Bezeichnung zur Erkennung im wahrsten Sinne des Wortes auch gleich auf die Stirn tätowiert wurde oder Hauptprotagonist und Drogenchemiker Elmo McElroy, der jamaikanisch frisierte und mit Schottenrock bekleidete Yankee.
Die Figurenauswahl, bei der unter den Darstellern insbesondere Robert Carlyle und, wie so oft, Samuel L. Jackson zu gefallen wissen, ist wirklich heiter und liefert unter anderem Ansatzpunkte für amüsante Neckereien zwischen den britischen und amerikanischen Kulturvertretern. Im Allgemeinen beinhalten die Dialoge kaum seriöse Substanz, sondern sind eher von flockiger Abgeklärtheit und überwiegend schwarzem Witz gekennzeichnet. Zwar zündet der Humor nicht immer, aber die eine oder andere Köstlichkeit ist durchaus dabei. Man denke an den schrottreifen Mini-Cooper oder an das Schicksal des unter dem Container fest geketteten Gangsterbosses als Beispiele der Situationskomik. Für Vertreter gepflegter Action dürfte es allerdings etwas eng werden, auch wenn es eine größere Verfolgungsjagd oder an anderer Stelle härtere Schusssequenzen zu sehen gibt.
Kurzweil und lockere Dialoge sind hier die hervorzuhebenden Attribute. "The 51st State" ist bei weitem nichts Besonderes und mit längst bewährten Zutaten gekocht; für meinen Geschmack aber durchaus noch konkurrenzfähig zu den von Guy Ritchie schon damals für die Kategorie "Bester 'Pulp Fiction'-Verschnitt" ins Rennen geschickten Filmen "Bube, Dame, König, Gras" und "Snatch".