Ich gebe es ja offen zu, dass ein Film mit dem Originaltitel "Commando Mengele" schon ein gewisses kurioses Interesse bei mir erregt hat. Ein Jahr zuvor brachten die Trash-Metalmeister von Slayer übrigens ihr Klassiker-Album "Reign in Blood" heraus. Der Auftakt-Song war "Angel of Death", der wiederum von einem gewissen Herrn Mengele handelt. Wie sich doch eines zum anderen fügt...
Was uns Regisseur Andrea Bianchi jedoch serviert, ist ein Agententhriller der besonders armseligen Sorte. Der provokativ-reißerische Originaltitel überdröhnt hier alles, so dass von der eigentlichen Handlung nicht mehr viel übrig bleibt. Die beschränkt sich auf jede Menge Gelaber bei einer minimalen Ausbeute an absoluter Schmalspur-Action: Einpaar Flüge mit dem Heli, etwas Geballere aus dem Maschinengewehr und eine Prügelei am Swimming Pool. Mehr war leider nicht drin. Das wenige Geld ging wohl komplett für die illustre C-Cast (Taylor, Rey, Mitchum, Vernon) drauf. Noch dazu wirkt der Film selbst wie ein typisch schlüpfriger Output aus den Achtzigerjahren.
Auch auf das Cover sollte man nicht so genau schielen, zumal der muskelbepackte Held eigentlich vom typisch italienischen Pizzabäcker verkörpert wird, bei dem zumindest noch das Rambo-Stirnband hält was es verspricht. Ansonsten ist "Angel of Death" Langeweile pur, bei dem sich endloses Gequatsche und schlecht chorographierte Actionszenen die Klinke in die Hand geben. Etwas Naziploitation gibt es ganz zum Schluss noch als kleines Bonbon obendrauf. Das Potential, diesen billigen Schmierkäse zu retten, haben sämtliche Vierte Reichs-Fahnen und Nazi-Uniformen allerdings auch nicht mehr.
Fazit: Nicht nur eine kleine Enttäuschung, sondern Actionschrott komplett zum Vergessen. Wirkt stellenweise wie ein Amateurfilm, bei dem Titel und Cover reiner Etikettenschwindel sind. Zwei Pünktchen von zehn.