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Mitten im Urwald eröffnet Joshua ein Urlaubsparadies, für eine passende Publicity wird der Fotoreporter Daniel Nessel eingeflogen. Der ist stets politisch korrekt unterwegs und so missfällt ihm der ganze Fake-Zinnober im Gebiet der Kumas, einem eigentlich friedlichen Stamm, deren Mitglieder nun für ein paar Jeans die Folkloreeinlagen auf das Parkett legen. Nachdem ein Model verschwindet ist für Daniel klar, dass der große Flussgott in der Nähe ist, besser gesagt ein Riesenkrokodil. Vor dem haben die Eingeborenen zu Unrecht Angst, denn die wenigen Attacken sind nicht gerade furchteinflössend. Die meiste Zeit über beschäftigt sich das Drehbuch von George Eastman ("Anthropophagous") mit der Abenteueratmosphäre an den Drehorten Sri Lankas. Zwischen einem Kannibalen- und einem Abenteuerfilm drehte Sergio Martino diesen Billigschund, der auch inhaltlich gut dazwischen passt. Die Qualitäten als Tierhorror sind noch verschwindender als bei den beiden "Killer Crocodile"-Streifen, zu denen dieses wie eine Lightversion wirkt. Was im Gefolge der damaligen Mondo- und Kannibalenwelle nicht fehlen darf sind natürlich zünftige Stammesriten mit heißen Tanzrhythmen, dummbatzige Touristen und ein Konzernchef, der mal wieder an nichts glaubt, bis die Katastrophe da ist und allesamt ganz furchtergriffen vor dem Kroko auf der Flucht sind. Spannend ist das nicht und für den Allesgucker höchstens nebenbei beim Frühstück erträglich, zudem sieht das Krokodil sowohl in Close-Ups auch in Totalen genau so peinlich wie das Viech in den oben genannten Pendants aus. Störrisch bewegt sich auch dieses Modell nicht und wenn es dann endlich mal zuschnappt, gibt es trotzdem quasi nichts Blutiges zu bestaunen. Oft gibt es dazu auch nicht Gelegenheit, denn nach schön atmosphärischem Beginn mit gelungenen Kameraspielchen plätschert dieser B-Movie ein ganzes Weilchen vor sich her, bis der Showdown endlich ansteht. Keiner wird dabei erwarten, dass das Funkgerät dann noch funktioniert und die Nummer mit dem sinnbildlich platten Autoreifen löst man ganz galant, indem der Hubschrauber mal eben in den Fluss geworfen wurde, wie auch immer. Auch ein durchgeknallter Pfarrer, der mit der Handlung eigentlich nichts zu tun hat, aber eine schicke Höhle bewohnt, spricht nicht für große Geistesblitze, die genrebekannten Darsteller in den Hauptrollen wirken sichtlich unterfordert. Sowohl von Claudio Casinelli ("Die Weiße Göttin Der Kannibalen"), Mel Ferrer ("Großangriff Der Zombies") als auch Barbara Bach ("Insel Der Neuen Monster"), hier zu schmückendem Beiwerk verkommen, kann man mehr erwarten. Das unfreiwillig komische Finale mit ein wenig Action ist zwar nett angedacht, jedoch so trashig umgesetzt, dass die Schwarte kracht. Statt mal das putzige Kroko das Partyfloß mit der amüsierfanatischen Meute in kleine Stückchen konvertieren zu lassen, müssen manch Übereifrige sich freiwillig auf einem Zaun aufspießen, damit der Bodycount überhaupt in Gang kommt, die Kumas helfen zum Glück auch noch ein wenig mit Pfeilen aus. Da bleibt nur noch ein beschämter letzter Blick aus den großen Kulleraugen, bevor alles so kommt, wie in fast jedem dieser italienischen B-Tierhorrorstreifen. Was bleibt ist eine gewisse Situationskomik und unfreiwillige Lacher, Mörderkrokodil ist ja wohl nicht, wenn die Unterwasserszenen wie im heimischen Aquarium gedreht aussehen.

Fazit: Typischer, schundiger Italo-Streifen aus der Abenteuerwelle der 70er Jahre. Das bisschen Ethnogemurkse, als Krokohorror getarnt, muss man nicht gesehen haben. 3/10 Punkten

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