Review

"Die heilige Bestie der Kumas" so der Alternativtitel dieses trashigen B-Movies lässt Erinnerungen wach werden.

Damals, als ich noch in der Pubertät war und zur Schule ging, war es ein Privatsender namens RTL Plus, der Montags gegen 21Uhr10 solche Perlen wie besagten "Fluss der Mörderkrokodile" zum Besten gab.

Was damals natürlich noch einen gewissen Unterhaltungswert hatte und zudem im Vergleich zu anderen Filmen nicht mit Kunstblut geizte, kann nach zwanzig Jahren allenfalls nur noch als durchschnittlich angesehen werden.

Wobei der Alternativtitel ohnehin viel besser zum gesamten Film passt, denn die genannten Mörderkrokodile entpuppen sich als ein einziges Mörderkrokodil, und dieses taucht bis zum Finale lediglich zweimal auf.

Dagegen handelt der Film fast während der gesamten Laufzeit von den Kumas, einem Eingeborenenstamm, und dessen Ritualen.

Gegen die Besetzung und Stelvio Ciprianis Soundtrack ist nichts einzuwenden, auch erweist sich Sergio Martino als versierter Regisseur für Action und fängt sehr schöne Landschaftsaufnahmen und Tiermotive ein. Doch hat die Handlung vielmehr etwas mit einem Abenteuer- als mit einem Horrorfilm zu tun.

Auch wenn Martinos Streifen im Fahrwasser des erfolgreichen "weissen Hais" mitschwimmen will, erreicht er weder dessen Klasse noch dessen Spannung und Dramatik.

Anzurechnen sei, dass die Italiener den Amerikanern und ihrem "Horror-Alligator" zuvorkamen, so dass es sich mit "Der heiligen Bestie der Kumas" nicht um ein Plagiat handelt, sondern um eine eigenständige Idee, die jedoch mit Hilfe eines billig animierten Papp-Krokodils umgesetzt wurde. Hier und da bewegt sich mal eine Flosse und das Maul wird weit aufgerissen - trotzdem erweist sich dieses Fluss-Ungeheuer als zahnlos und steif.

Von Spannung und Dramatik kann hier keine Rede sein, die Nebendarsteller sind allesamt Laien, lediglich die drei Hauptdarsteller um Hollywood-Legende Mel Ferrer wissen halbwegs zu überzeugen. Viele Dialoge und Szenen sind dümmlich und sinnlos, was vor allem die Szene mit Richard Johnson als predigender Waldschrat in diesem Film verloren hat kann lediglich darauf beruhen, die kaum vorhandene Handlung auf Teufel komm raus aufzublasen.

Trotz einer FSK:18-Freigabe der X-Rated-DVD wurde aufgrund des sehr geringen Budgets auf Splattereinlagen voll und ganz verzichtet. Wenn das Mörderkrokodil zuschnappt färbt sich das Wasser blutrot und man hört knackende Knochen, von Splatter wie in späteren Werken wie "Killer-Krokodil" ost hier nichts zu sehen.

Mehr Gewalt geht da schon von den Kumas aus, die die Urlauber mit Flammenspeeren töten.

Dass Sergio Martino viel mehr kann, bewies er bereits mit dem Giallo "Torso" und dem Kannibalen-Schocker "Die weisse Göttin der Kannibalen". Von den Qualitäten aus genannten Filmen ist hier nichts mehr zu sehen.

Daher lediglich 5 von 10 Krokodilszähne.

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