Inhalt:
In einem unberührten Dschungelgebiet wurde ein Touristenhotel errichtet und feiert seine Eröffnung. Doch durch diesen Eingriff in die Natur hat man einen Flussgott (was mag das wohl sein?) erzürnt, der nun nach Blutopfern schreit. Die diesen Flussgott verehrenden Eingeborenen helfen ihm dabei und somit fällt die Einweihungsfeier samt deren Gästen ins Wasser.
Kritik:
Dass Sergio Martino die Kunst des Filmemachens nicht gepachtet hat, hat man schon bei "Torso" und "Die weiße Göttin der Kannibalen" gemerkt und hier ist es nicht anders.
Bei der Story hat er sich natürlich, wie viele Tierhorrorfilmer, bei "Der weiße Hai" bedient, denn auch hier will ein geldgieriger Geschäftsmann trotz der drohenden Gefahr für seine Gäste die Party nicht abblasen.
In der ersten Stunde tut sich recht wenig, was das Herz des Tierschockerfreundes höherschlagen lassen könnte. Viel mehr wird einem der Schauplatz gezeigt und die Charaktere werden einem ausführlich vorgestellt. Dass dabei eine Liebesgeschichte nicht fehlen darf, versteht sich von selbst. Diese wird personifiziert durch den Fotografen Daniel (Claudio Cassinelli) und die Hotelangestellte Alice (Barbara Bach), die sich langsam näher kommen und die Hauptrollen für sich beanspruchen.
Ansonsten wird lediglich eine Frau, die sich mit einem Eingeborenen zwecks Liebelei auf eine Insel zurückzieht, von dem Krokoflussgott vernascht (ihr Gespiele natürlich gleich mit), ebenso wie ein unsere Helden durch die Gegend rudernder Eingeborener.
Das gezeigte beschränkt sich hierbei auf Nahaufnahmen vom blauen (!) Auge, dem Maul und dem Schwanz des Korokodils, ins Wasser fallende Opfer und rotgefärbtes kühles Nass. Das ist ein bißchen wenig um den Zuschauer bei Laune zu halten.
Gefüllt wird das ganze mit teilweise unnötigen Szenen, wie z.B. dem Besuch unseres Duos bei einem über einem Wasserfall hausenden, geistig verwirrten Pater, der seinen Wahnsinn gleich in seiner ersten Szene mit den Worten "Kommt zu mir, meine Kinder!" zum Ausdruck bringt. Immerhin bringt sein Auftritt etwas Humor in den Streifen.
Wirklich als störend empfinde ich dagegen die kleine rothaarige Naseweisin, die sicherlich auf Grund des Lebenswandels ihrer Mutter etwas Schaden genommen hat, was aber keineswegs ihr übertriebenes Rumgenerve entschuldigt.
Nunja, wer dann die erste Stunde überstanden hat, wird mit einem flotten Schlussfinale entschädigt, bei dem sich die Gäste auf dem Wasser befinden und Bekanntschaft mit dem Mörderkrokodil machen. Nun hat das Vieh ordentlich zu beißen, wobei graphische Gewalt durch Kameraeinstellungen und Schnitttechniken zwar geschickt umgangen, aber der Body Count doch in erstaunliche Höhen getrieben wird. Das herrliche Knurren des Krokodils bei seinen Aktionen, das an die Laute des Toxic Avenger erinnert und die ewigen Knackgeräusche beim Zubeißen des Tieres lockern diese Szenen ungemein auf.
Da das bloße Fressen des Grünhäuters mit der Zeit etwas eintönig wäre, hüpfen ein paar Leute zur Abwechslung auf die Spitzen eines Metallgitters und der Rest wird von den am Ufer wartenden Eingeborenen mittels Speeren gepieckt.
Doch wo steckt eigentlich der Held namens Daniel? Der ist damit beschäftigt, seine Angebetete zu befreien, die dem Flussgott als Opfer dargebracht werden soll. Die Befreiung geht relativ schnell über die Bühne, doch bei dem Versuch der beiden, sich mit einem Bus aus dem Staub zu machen, fährt man dummerweise über eine Brücke, die von den Eingeborenen gekappt wird und es kommt zum Showdown unter Wasser, wobei ich dem Filmnichtkenner nicht die letzte Spannung nehmen möchte und hier mit der Beschreibung abbreche. Nur soviel sei gesagt: Das zu Beginn des Streifens zur Sprengung von Bäumen (!) verwendete Dynamit wird noch eine wichtige Rolle einnehmen *g*
Positive möchte ich noch vermerken, dass in einer Szene, in der kleine Schweine den Krokodilen zum Fraß vorgeworfen werden, mit Tricks gearbeitet wurde und kein Ringelschwänzchen sein Leben aushauchen musste. Das ist nach dem zuvor von mir gesehenen, ziemlich derben "Nackt und zerfleischt" mal eine gelungene Alternative.
Insgesamt ist dieser Film für den Splatterfreund eine kleine Enttäuschung auf Grund der fehlenden blutigen Einzelheiten und für den Trashfreund gibt es auch zu wenig sonderbare Szenen oder Dialoge. Dem Naturfreund werden dafür viele schöne Landschaften präsentiert, aber dieser wird zur Befriedigung seines Bedürfnisses sicherlich nicht zu diesem Film greifen :-)
4 von 10 Punkten