Während der italienische Regisseur Sergio Martino zu Beginn seiner Karriere vor allem im Großraum Giallo unterwegs war, trieb es ihn zwischenzeitlich auch in schlüpfrige Gefilde, wobei Tierhorror im Speziellen gewiss nicht sein Steckenpferd war, wie vorliegender Beitrag eindrucksvoll untermauert.
Auf irgendeiner Insel im Dschungel ist ein Urlaubsparadies für versnobte Touris entstanden, was die einheimischen Kuma gar nicht knorke finden. Fotograf Daniel und Assistentin Alice ahnen früh, dass hinter dem sagenumwobenen Mörderkrokodil mehr stecken könnte…
Als reinen Tierhorror kann man den komplett in der Pfeife rauchen. Der eine amphibische Angreifer entpuppt sich als bewegungsunfähige Attrappe, die mithilfe hektischer Schnitte unter Wasser blutige Angriffe suggeriert, bei denen noch nicht einmal Körperteile abgetrennt werden. Trotz einiger Opfer hält sich der Horror diesbezüglich arg in Grenzen.
Aber dann gibt es ja noch den Trash-Faktor, der abgesehen von Barbara Bach und Mel Ferrer relativ hoch ist. Da trommeln etwa die Indigenen regelmäßig rhythmisch passend zum Score und man wundert sich schon, welche Musiker im Hintergrund wohl Bass und Gitarre bedienen mögen. Beim Tanz-Büffet kommt es indes zu Dialogen aus der Muppet-Show, als ein ungleich altes Paar sinniert: „Das ist noch Musik aus meiner Zeit!“ – „Zu ihrer Zeit gab es mich noch gar nicht!“ Dazwischen wuseln einige auffällige Figuren umher, während vertraute Synchronstimmen wie Gottfried Kramer und Manfred Lehmann für ein leicht nostalgisches Flair sorgen.
Die Ausstattung ist hingegen durchaus gelungen und obgleich so ein Tarzanfloß ziemlich behämmert aussieht, wird vor allem gegen Finale einiges an Pyrotechnik aufgefahren. Gleichermaßen geht es doch noch ein wenig blutig zu, als brennende Pfeile ihr menschliches Ziel finden und andere sich quasi selbst aufspießen. Mittendrin natürlich ein Heldenpaar um den Fotografen, bei dem sich erst die Fotos und dann Gefühle entwickeln.
Das Tohuwabohu im finalen Akt kaschiert zumindest ein wenig von der insgesamt dünnen und wenig konsequent ausgearbeiteten Geschichte rund um Rache, einen Dämonengott und launige Einheimische, zumal mit dem erhöhten Tempo doch noch einige Schauwerte einhergehen. Wer krokanten Biss erwartet, wird zwar enttäuscht, doch als leicht piefiger Abenteuerfilm geht der irgendwie noch durch.
5,5 von 10