Review
von Der Ewige Lawrence
Das Filmplakat - zumindest in Deutschland - warb mit dem Text: Es gibt von Zeit zu Zeit Filme, die man nie vergisst.
Ob es tatsächlich dafür gereicht hat, dass man diesen Film nicht vergessen wird, sei mal dahingestellt, Tatsache ist jedoch, dass beim ersten Sehen des Films man - zumindest als der Film herauskam - nicht umhin konnte, als ungläubig den Kopf zu schütteln und zu denken: Heilige Scheiße, das hat sich jetzt bei dir eingebrannt.
Alan Parker ist einer der begnadeteren Regisseure, vor allem wenn es darum geht, nicht allzu weit zurück liegende Epochen greifbar nahe zu bringen, so war es bei Mississipi Burning oder in Evita, so ist es auch bei Angel Heart.Außerdem ist er auch ein grandioser Regisseur, wenn es darum geht, das beste aus seinem Schauspielermaterial herauszuholen.
Als der Film heraus kommt, ist Mickey Rourke auf seinem Höhepunkt, er brilliert in jeder Szene, man kann nicht nur die Athmosphäre spüren, man fühlt fast mit Rourke, leidet fast mit ihm, als er bei seinen Recherchen regelrecht die Hölle auf Erden über sich ergehen lassen muß.
Lisa Bonet - vielen von uns als die Tochter von Bill Cosby in der gleichnamigen Fernsehserie geläufig oder eine der vielen geilen Ex-Schnecken von Lenny Kravitz - sieht nicht nur sensationell geil aus in diesem Film, nein - ähnlich wie Madonna in Evita - Alan Parker gelingt es tatsächlich, sie gegen Mickey Rourke oder gar Robert DeNiro bestehen zu lassen.
Selbst die Nebenrollen, wie Charlotte Rampling, spielen ihre Rollen mit einer souveränen Selbstverständlichkeit, wie man es sonst eigentlich von so einem Film nicht unbedingt erwarten würde.
Und schließlich natürlich Robert DeNiro. Von all den großen Charakterdarstellern unserer Zeit, die den Teufel gespielt haben, bringt DeNiro den furchterregendsten und charismatischsten auf die Leinwand, dabei seine Rolle herrlich doppelbödig ernst erscheinen lassend, gleichzeitig aber immer mit einem sehr trockenen leisen Humor belassend. Und nun etwas zur deutschen Synchronstimme De Niros: ist dieselbe wie aus Es war einmal in Amerika, gleichzeitig denke ich auch die Synchronstimme von Jack Nicholson, und wie ich finde ist diese Stimme sogar besser für DeNiro geeignet, da hier nicht so sehr eine stimmliche Überzeichnung stattfindet, sondern dessen Schauspiel im Vordergrund belassen wird. Außerdem klingt sie nicht so sher möchtegerncool sondern ist einfach nur männlich cool, ja fast schon lässig....Aber all das wäre nichts ohne eine gescheite Geschichte.
Und die hat es in sich: Wie eine frühe Version eines im Auftrag des Teufels minus der überdrehte groteske Aspekt plus die furchterregenden Aspekte eines Sieben und dem kompromisslos tragischen eines Oldboy wirkt dieser kleine Film aus den Achtzigern.
Sensationeller Film, der selbst heute noch ganz gut wirkt, leidergottes im Fernsehen mit Sicherheit nie mehr ungeschnitten gezeigt werden wird.
9 Punkte