Kurz davor hatte ich einen Film von 2024 angefangen. Und abgebrochen. Dann dieser Rewatch, was für ein Kontrast. Richtige Schauspieler, mit, im wahrsten Sinne, teilweise überirdischen Performances, eine fesselnde Story, unangenehm bedrohlich inszeniert, beeindruckende Locations, perfekt von der Kamera in Szene gesetzt. Angel Heart macht so viel mit dem Zuschauer, Anspannung, Unbehagen, Ungewissheit, im ersten Teil die spürbare Kälte eines trümmerhaften New Yorks, im zweiten die drückende Schwüle des mystischen New Orleans. Und Alan Parker zeigt wie sehr sich die Bildsprache des Film Noir und die des Horror- oder sagen wir in diesem Fall Schauer-Films gleicht. Hinter jedem Schatten kann das Grauen lauern, jeder Lichtstrahl es entblößen. Die größten Highlights, neben der perfekten Regie, sind die Aufeinandertreffen der zwei Schauspiel-Schwergewichte. Und Rourke bietet DeNiro locker die Stirn! Man vergisst heute oft was für ein großer Darsteller hinter dem entfremdeten Gesicht steckt. Ähnlich wie in der Rolle des Johnny Favorite konnte der unangepasste Hollywood-Antiheld seinem Schicksal nicht entkommen. Apropos Alkohol, dieser gute Wein namens Angel Heart brauchte Jahre zum Reifen, seine erste Öffnung an den Kinos war kein Erfolg.