Weihnachten 1940 bildet die Bombardierung der Stadt Everytown den Anfang eines Krieges, der sich über Jahrzehnte hinziehen wird. 1966 fällt ein großer Teil der noch lebenden Einwohner der Stadt einer Seuche zum Opfer. 1970 regiert in den Trümmern von Everytown ein kriegerischer Herrscher. Als ein Abgesandter einer Gruppe, die sich der Befriedung der Welt durch Wissenschaft und Technik verschrieben hat, in seinem neuen Flugzeug landet, lässt der Herrscher ihn festnehmen. Im Jahr 2036 hat sich die Stadt zu einem hoch technisierten Utopia entwickelt, das nun die Mondfahrt anstrebt. Doch da beginnt sich, Widerstand zu regen.
Das H. G. Wells durchaus visionäre Fähigkeiten besaß, hat er ja bereits mehrfach bewiesen, hier in Things to Come kann man aber erneut sehen, wie nahe er an den wirklichen Geschehnissen war. Mit dem prophezeiten Kriegsbeginn Weihnachten 1940 lag er zwar ein gutes Jahr hinter der Realität zurück, aber ansonsten lag er mit seinen Prognosen bei vielem richtig. Große Staffeln an Panzern und Flugzeugen, das Leid der Zivilbevölkerung und der Einsatz von Giftgas hatten wir ja alles im WK zwo.
Stellvertretend für alle betroffenen Städte muß hier das fiktive Everytown herhalten, auch die Kriegsparteien blieben bewußt vage, aber es spielt auch keine Rolle wer gegen wen kämpft, sondern es geht Wells eher um die Greuel an sich. Unvermittelt geht pünktlich zu Weihnachten 1940 der Krieg los, den wir anhand einiger Einzelschicksale bis in Jahr 1970 verfolgen. Kämpfe und die "wandernde Krankheit" haben mehr als die halbe Weltbevölkerung ausgelöscht, die Zivilisation entwickelt sich zurück bis ein skrupelloser Boss das Sagen hat und die Menschen recht verwahrlost aussehen. Das Schlimme an dieser Dystopie ist dabei aber, das man sich eben gut vorstellen kann, das der Beinaheuntergang auch wirklich so ablaufen könnte.
Manche Szenen wirken heutzutage zwar etwas naiv, aber ich könnte mir gut vorstellen, das auch die Nationalsozialisten heimlich den Film studiert hätten. Es gelingt dabei wirklich gut den Schrecken des Krieges darzustellen, vor allem aber auch ohne Großeinsatz von Geballer und Gedärmen. Über drei Jahrzehnte erlebt man die Zerstörung aber auch den utopischen Wiederaufbau durch ein kleine Gruppe aus Ex-Piloten und auch die neuerliche Zerstörung. Things to come ist sicher kein Film der gute Laune verbreitet, sondern eben ein düsteres Szenario zeichnet, von dem die Realität 1939 nur unwesentlich abwich. Auch wenns ein uralter Schinken ist, den sollte man gesehen haben.
8/10