Wir waren jung und wir hatten das Geld…um uns in unserer pubertären Naivität ein stark gekürztes VHS-Tape von „Insel des Terrors“ auf dem Trödel zu beschaffen. Die Enttäuschung darüber sitzt mir nach all den Jahren immer noch in den Knochen, auch wenn ich mittlerweile die ungeschnittene Fassung gesichtet habe, die genauso wenig Zombies wie Splatter enthält.
Ganz einfach: Eine Gruppe von Touristen wohnt auf der Karibikinsel San Maria einem Voodooritual bei und wird anschließend von einem Zombie reduziert.
Den Zombie sieht man eigentlich nie, seine Untaten werden aus der Ego-Perspektive gefilmt und erweisen sich als reichlich blutleer – auch in der Uncut-Fassung.
Troma war ja schon für ein paar positive Überraschungen gut, aber das hier ist ein einziger Etikettenschwindel.
Kein Massaker und nur ein Zombie.
Stattdessen unterdurchschnittliche Darsteller, die sich von einem noch dümmeren Drehbuch führen lassen. Wesentlich besser hingegen ist die deutsche Synchro ausgefallen, die einen großen Fundus an bekannten Sprechern bereithält. Neben Gottfried Kramer(KITT aus Knight Rider), sind da auch Rainer Schmitt und Heidi Schaffrath (beide bekannt aus der Hörspiel-Reihe Larry Brent) zu hören. Man muß also noch nicht einmal dauerhaft hinsehen, um ein wenig Spaß zu haben.
Doch der Spaß hält sich auch für Hörspiel und Trash-Fans sehr im Rahmen. Zwar lässt die pseudokaribische Kulisse ein wenig Atmosphäre aufkommen und auch ein unerwarteter Plot-Twist kann am Ende etwas überraschen, doch wirklich spannend ist die Chose zu keiner Zeit.
Die Gruppe latscht durch den Dschungel, einer erleidet einen Herzinfarkt, zwei stürzen von der Brücke ins Wasser und der Rest darf sich in einem einsam gelegenen Haus verschanzen, während draußen der Zombie zu hören ist, der Schnarchgeräusche abgibt wie Oma nach dem achten Eierlikör.
Nicht der schlechteste Film aller Zeiten, aber einer der übelsten von Troma.
3 von 10 Punkten