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Es ist schon manchmal zynisch, wie Streifen das Gegenteil von dem vermitteln, was der Titel unter Umständen vermuten ließe. „Fast Lane“, die Überholspur, betritt Debütant David Betances zu keiner Zeit, denn wer hier Verfolgungsjagden und Popcorn-Action a la „Fast and the Furious“ erwartet, dürfte mit dieser Billigproduktion seine Schwierigkeiten bekommen.

Cop-Girl Officer Martinez schleust sich als Gelegenheitsprostituierte in einen Autoschieberring unter der Führung einer gewissen Mama ein und versucht das Vertrauen von Eva zu gewinnen, welche zuvor für den Boss der Konkurrenz arbeitete.
Als ein erwarteter Deal zu platzen droht, befinden sich Baby und Eva in der Falle…

Der größte, wenn auch einzig lobenswerte Verdienst des Regisseurs sind einige schicke Protz-Karren wie ein 66er Mustang oder die Luxusausgabe eines Chryslers, die man zwischenzeitlich, und meistens in schummriger Umgebung fahren sieht.
Von etwaigen Verfolgungen oder gar Blechschäden ist man jedoch meilenweit entfernt, denn es findet weder ein Duell auf der Straße statt, noch kommt überhaupt so etwas wie Action ins Spiel.

Das liegt vor allem an dem faden und überaus dialoglastigen Aufbau, welcher eine Menge redundanter Szenen einbindet, etwa, als sich Mamas Girls schick machen, um mal wieder reichen Snobs den Wagen auf illegale Weise abzuluchsen.
Auch das Taktieren einiger Bosse über Deals, Sicherheitsmaßnahmen, Loyalität und Rache kommt nicht in die Gänge, während Undercover-Cop Baby problemlos von den Kriminellen akzeptiert wird und frei walten kann.

Zwar sehen einige der Damen recht adrett aus und präsentieren galant verhüllte Kurven, doch schauspielern kann von denen keine. Ihre männlichen Pendants agieren ähnlich hölzern oder völlig überzogen wie ein großkotziger Rapper in einem Club und selbst ein erfahrener Mime wie Steven Bauer steht völlig neben sich, weil er höchstwahrscheinlich maßlos unterfordert ist mit der Rolle eines Einsatzleiters in Warteposition.

In jener verharrt auch der ungeduldige Betrachter, der das Geschehen aufgrund mangelnder Bewegung nach einiger Zeit mit halbherzigem Interesse verfolgt und hofft, dass wenigstens zum Showdown ein wenig Tempo ins Spiel kommt.
Doch auch hier ist das Geschehen auf die schlichte Kulisse einer Lagerhalle begrenzt und rein storytechnisch kommen einige unglaubwürdige Konstrukte zusammen, welche zumindest zu Androhung von Waffengewalt führen, auf dramaturgischer Ebene jedoch kaum Suspense schüren.

Diese Billigproduktion dürfte kaum einen Actionfreund hinter dem Ofen hervorlocken, auch wenn das Cover zumindest Ansätze von Autorennen suggeriert, - es ist nicht eines zu sehen.
Hinzu gesellen sich platte Dialoge vom Reißbrett für sentimentales Ghetto-Geschwafel und eine einfältige Story, die weder Ecken und Kanten aufweist und zu keiner Zeit Spannung aufkommen lässt.
Das Budget muss letztlich so gering gewesen sein, dass man noch einmal weniger wertvolle Autos für etwaige Actionszenen zum Einsatz kommen ließ, - und wer das noch nicht einmal zustande bekommt, sollte eher beim Drama bleiben. Dann aber bitte mit besseren Darstellern…
Knapp
3 von 10

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