Bloody Wolf [ Yuen Wah ] will an eine Silberbox und deren geheimen Inhalt ran, welche aber im Polizeidepartment einbruchssicher aufbewahrt wird. Deswegen engagiert er über den Mittelsmann Chu [ Melvin Wong ] den gerissenen Einbrecher Black Cougar [ Alan Tang ]; welcher wiederum seine Mitstreiter „Black Panther Warriors“ aktiviert: Die ehemalige grosse Liebe Chin Chin [ Brigitte Lin ], Chen Ren [ Simon Yam ], Mo Po [ Tony Leung Ka – fai ], Madam Rose [ Carrie Ng ] und Chen [ Jennifer Chen ]. Man quartiert sich in einer Villa ein umd macht sich an die Operation...
An Regisseur Clarence Ford scheiden sich aus gutem Grund die Geister: Auf jeden guten Film seiner nunmehr 24 Arbeiten umfassenden Filmographie kommt mindestens ein schlechter, wobei die 50/50 Rate nicht gerade für eine konstante Leistung spricht. So hat man ihm zwar Werke wie On the Wrong Track, Iceman Cometh, Naked Killer, Thunder Cop und Cheap Killers zu verdanken, ist aber im Gegenzug mit Kram wie On Fire, Martial Angels, Her Name is Cat und New Option abgestraft. Die zwar allesamt ihr Potenzial aufwiesen, dies aber in so geringer Manier umgesetzt wurde, dass man schlicht und einfach sein Mitwirken anzweifeln möchte.
Die Schuld dafür lässt sich sicher auch oft rein dem Drehbuch zusprechen; so hatten vor allem Gun N' Rose und The Dragon from Russia daran zu leiden, dass sie zwischendurch ausser Unsinn gar nichts erzählten und man daraus notgedrungen auch wenig machen konnte. Aber wenn er mal ein Prestigeobjekt mit richtigen Darstellern und einem ordentlichen Thema [ Century of the Dragon, HK Triad ] angeboten bekommt, folgt nur eine solide, banale 08/15 Inszenierung, die visuell so gar nicht nach seinen anderen Werken aussieht; da könnte man fast denken, der Name Ford ist bloss ein Synonym.
Black Panther Warriors ist einer der Filme, die kein wirkliches Skript besitzen; nun nicht einmal ein richtiges, identifizierbares Genre. Wobei die leeren Seiten dann aber nicht mit Action aufgefüllt werden, sondern zumeist mit einem furchtbaren Mo Lei Tau Humor, der ziemlich weit unten angesetzt ist und selbst Wong Jing starke Konkurrenz macht.
Dazu ist die Handlung noch im Reich der Fantasy angesiedelt; man befindet sich zwar im heutigen HK, aber hat Gegenspieler mit weit mehr als menschlichen Fähigkeiten und damit übermächtiger Zauberkraft zu bieten. Muss sich also bereits bei der Prämisse an keine Regeln halten und kann deswegen jeden Dummfug einbringen, nach dem einem der Sinn steht.
Nun hat der Film mittlerweile schon länger seinen schlechten Ruf absorbiert und schiebt diesen in zahlreichen Warnungen vor sich her; aber auf dass, was man dann wirklich auf der Leinwand zu sehen bekommt, war man dann doch nicht gefasst.
Zwar steht die Einleitung relativ schnell und deutet auch da schon Kommendes zumindest etwas an, aber in der Entstehungszeit waren leicht übertriebene Werke sowieso an der Tagesordnung. Da konnte man auch mal mit dem Motorrad aus dem Stand über eine Verkehrsbrücke fliegen, viel durch die Luft segeln und sich dabei duellieren; gibt noch keine rote Karte dafür. Die Rekrutierung der „Black Panther Warriors“ ist knapp und einprägsam gehalten und stellt jedes Mitglied mit seiner speziellen Eigenschaft vor; wobei später auffällig wird, dass deren Charakteristika auch nie darüber hinauskommen.
Und dann steht das Ziel fest, der Plan auch und...es passiert nichts. Abgesehen von einer kurzen Besichtigungstour innerhalb des zu infiltrierenden Gebäudes und der damit verbundenen Auskundschaftung der örtlichen Gegebenheiten wird ansonsten nur drei Tage lang in der abgelegenen Villa rumgehockt, und sich selber, den anderen und auch dem Zuschauer mächtig auf den Geist gegangen.
Fast alle Darsteller - darunter Leute wie Tony Leung und Simon Yam, zu denen es überhaupt nicht passt - chargieren sich permanent um die Wette und schaukeln sich an ihren vermeintlich lustigen Eigenschaften hoch. So muss Leung ständig flickflack schlagen, bei dem kleinsten Mandarinlaut wie ein Flummi durch die Gegend hüpfen und mit seiner Pistole rumspielen, Yam den coolen Kartenguru und Frauenaufreisser abgeben und Lin und Ng in edlen Roben umherstolzen. Man weiss nach kurzer Zeit gar nicht mehr, wer einem mehr auf die Nerven geht; entscheidet sich dann aber nach dessen verspäteten Eintreffen eindeutig auf Dicky Cheung, welcher hier mit der Babyrolle gestraft ist. Inclusive Schnuller, Saugen an [zumeist männlichen] Brüsten und viel Sabbern. Fehlt nur noch, dass sie ihm die Windeln wechseln; bis dahin ist aber wahrlich nicht mehr weit.
Passieren tut da ausser Taschenspielertricks, Hampelei, affigen, sexfizierten Balzverhalten und Stutenbissigkeit nichts, was den Film auch nur annähernd voranbringt; da nützen selbst einige Querverweise auf Saviour of the Soul nichts. Die schlimme, gemeinsame Vergangenheit zweier Mitglieder wird mal erwähnt, aber interessiert überhaupt nicht. Und da sämtliche männliche Darsteller permanent am Rumgrabschen und sogar Vergewaltigungsspielchen nicht abgeneigt sind und sich die Location ebenfalls kaum ändert, merkt man auch die Szene gar nicht, als sie sich zu Dritt für den Diebstahl wichtige Fingerabdrücke von einer zutrittsberechtigten Frau besorgen.
Hat man endlich alles für das Eindringen ins Polizeiquartier parat – zuzüglich der Körpermasse eines ebenfalls notgeilen Schwergewichtigen -, steigt Black Cougar doch tatsächlich alleine ein. Wozu hat er sich dann die Truppe zugelegt; hatte er vielleicht Lust auf Geld zu verschenken ?
Dann taucht auch noch sein Arbeitgeber Chu mitsamt einer Hundertschaft im Gebäude auf, die wahrscheinlich durch den Kamin gerutscht sind, und eröffnet das Feuer. Dabei wurde bisher nicht einmal angedeudet, dass Cougar ihm die Box nicht eh geben wollte. Nun natürlich nicht mehr, aber zumindest wird Raum geschaffen für die nächste Actionszene; was nach 45min auch dringend nötig wurde. So schnell wie gekommen ist der Spuk auch wieder vorbei; wer 2x zuviel geblinzelt hat, hat das Meiste verpasst, aber so inszenieren Ford und sein langjähriger Choreograph Lau Shung Fung halt die Action. Wer es flashig mag und schon das entsprechende Stückwerk in Thunder Cop oder Gun N' Rose genossen hat, kommt dementsprechend auf seine Kosten; wer nicht nur Schnitte, Funken und Staub sehen möchte wahrscheinlich weniger. Da man aus irgendeinem ominösen Grund ganze sechs Kameramänner verschleisst - darunter auch Arthur Wong und Jingle Ma -, sind zumindest die Einzelbilder grossartig; aber wer will schon ständig mittendrin auf Pause drücken.
Deswegen bringt es einen auch wenig, wenn das Tempo in der letzten halben Stunde tatsächlich merklich angezogen wird und besonders das Finale ziemlich ranklotzt; denn mittlerweile ist der Film schon so viel zu entnervend geworden, da macht ihn der hektische Schnitt- und Effektregen nicht gerade erträglicher.
So sieht man dann leichten Kopfschmerzen und gelangweiltem Blick zu, wie Feuerbälle und Raketenwerfer abgeschossen werden, eine erneute Hundertschaft Schergen auf im Wald gespannten Drähten heranrauscht und sich mit brennenden Schwertern, selbstschiessenden Waffen, Wunderkerzen und tödlichen Karten duelliert wird. Und sehnt trotz oder gerade wegen der nun dargebotenen Menge das Ende herbei; auch 90min Film können arg wehtun.