Zwei Jahre nach seinem ersten Kurzfilm, der mit „Night of the Hell Hamsters“ klar Richtung Horror-Trash tendierte, fährt der Neuseeländer Paul Campion eine nunmehr deutlich seriösere Schiene.
Sein Shorty „Eel Girl“ überzeugt vor allem durch überzeugende Produktionswerte, allerdings kommt die an sich sinnliche Atmosphäre innerhalb der fünfeinhalb Minuten Laufzeit nur oberflächlich zur Geltung.
Wir befinden uns in einem Militärlabor mit zwei Wissenschaftlern, die Aufzeichnungen tätigen und sich um einen essentiellen Überwachungsraum kümmern.
Bis einer der beiden einem strikten Befehl Folge zu leisten hat, während der andere - entgegen der eigentlichen Bestimmungen - allein im Labor zurückbleibt.
Sogleich lässt er eine Hybride frei, eine Mischung aus junger Frau und Aal und scheint ihrer sinnlichen Anziehungskraft rasch zu erliegen…
Allzu viel erfährt man nicht über die Umstände in dem Versuchslabor. Augenscheinlich experimentiert man mit Fischen aller Art, offensichtlich, um biologische Waffen zu entwickeln.
Warum nun jener Wissenschaftler dermaßen auf das nackte Zwitterwesen abfährt, lässt sich demnach nur erahnen, denn als Betrachter wird man lediglich mit dem Hier und Jetzt konfrontiert. Die Order, stets zwei Wissenschaftler gleichzeitig im Labor agieren zu lassen, wird durch den Verlauf jedoch durchaus offensichtlich.
Entsprechend vermag die etwas dürftige und zu rasch abgearbeitete Pointe kaum überraschen, jedoch wurde der Weg bis dorthin in jeder Hinsicht durchdacht und mit Feingefühl in Szene gesetzt.
Das Make-up vom renommierten Weta Workshop zeichnet sich durch filigrane Details aus, gleiches gilt für die saubere Sounduntermalung - einer gefälligen Mischung aus tiefen Hüllkurven und effektiv abgestimmten Instrumentals.
Auf darstellerischer Ebene erledigen die vier Beteiligten einen soliden Job und die Kameraperspektiven offenbaren eine starke Konzentration auf eine dichte Atmosphäre, welche durchweg gegeben ist.
Leider nimmt man von diesen fünf Minuten nicht allzu viel mit, - die überdurchschnittlich gute Ausstattung kann nur bei der ersten Sichtung kaschieren, dass aus der passablen Grundidee eine detailreichere Ausarbeitung möglich gewesen wäre, mit der entsprechend mehr Suspense ins Spiel hätte fließen können.
Ansehnlich ist dieser Kurzfilm dennoch, vergleichbar mit einer ganz kurzen Fassung von „Species“, - nicht sonderlich tiefgründig, aber eben recht stimmungsvoll.
Knapp
7 von 10