Scalps ist natürlich wieder ein typischer Fred Olen Ray Film. Schnell heruntergekurbelt, kleines Budget und die Story ist eigentlich auch nicht sonderlich originell, aber dennoch wurde ich 80 Minuten recht gut unterhalten.
Schon der Anfang des Streifens lässt auf einiges hoffen: Ein indianischer Krieger mit einem entstellten Gesicht springt aus der Dunkelheit und schlägt einem Typen den Kopf ab. Kurz darauf sieht man ein Wesen mit einem Löwenkopf (!) und der Wagen eines Schatzsuchers taucht auf. Er findet eine Speerspitze, doch plötzlich erscheint der Kopf eines Indianers und der Schatzsucher rammt sich die Speerspitze in den Hals. Alles natürlich mit recht düsteren und gespenstischen Klängen unterlegt. Ein recht abgedrehter Anfang und ich möchte fast das Wort „surreal“ verwenden.
Was danach folgt ist wieder Standart: Ein paar Jugendliche graben indianische Gegenstände aus. Es taucht nicht lange da taucht auch schon der böse Geist eines Medizinmannes aus und meuchelt sich munter durch die Jugendlichen. Fred Olen Ray hat es wirklich geschafft (fast) den ganzen Film gekonnt in Szene zu setzt, so dass zu keinem Zeitpunkt Langweile aufkommt.
Die Morde sind allesamt recht blutig. Die oben beschriebene Eingansszene dürfte einen Höhepunkt darstellen (die Szene wird übrigens etwas später wiederverwertet. Low-Budget eben.) und da der Film nun mal „Scalps“ heißt gibt natürlich auch ein paar derbe Skalpierungsszenen zu sehen, wobei das auch recht gut aussieht.
Zu den Darstellern brauch ich eigentlich nicht viel sagen. Sie kommen alle aus der B-C-Ecke und sind sonst weder früher noch später in irgendeiner besonderen Produktion in Erscheinung getreten. Low-Budget eben.
Teilweise gibt es wirklich ein paar böse Anschlussfehler, vor allem in Bezug auf Tag und Nacht. Bei der ersten Einstellung ist es total dunkel, gefolgt vom Morgengrauen, dann wieder recht hell und schließlich wieder totale Finsternis. Wirkt etwas befremdlich, aber man kann damit leben. Low-Budget eben.
Mit diesem Film hat Fred Olen Ray gezeigt, dass er auch wirklich gute Filme drehen kann. Wobei das „gut“ natürlich relativ ist.
Klare Empfehlung von mir.
7/10