Besonders zu Beginn seiner Karriere schmetterte Billigfilmer Fred Olen Ray einige Schnellschüsse in die Runde. Falls es zum vorliegenden Werk überhaupt ein Drehbuch gab, muss es entweder im Suff, beim Apfel schälen oder beim Tanken in der Wüste entstanden sein.
Eine Gruppe junger, angehender Archäologen verschlägt es in die Wüste, um nach Artefakten zu suchen. Trotz eindringlicher Warnungen, auf dem verfluchten Boden nicht zu suchen, schlagen die jungen Leute ihr Lager auf, doch schon bald verschwindet jemand aus der Gruppe…
Der Originaltitel „Scalps“ deutet eine härtere Gangart an und obgleich es direkt zum Einstieg eine Enthauptung zu sehen gibt, hält sich das Blutvergießen sehr in Grenzen.
Schlimmer wiegt jedoch, wie schwach sämtliche Mimen performen, deren Figuren wie Abziehbilder eines beliebigen Slashers daherkommen. Kein Sympathieträger, kein markantes Gesicht, aber auch nicht tumb genug, um den Trashfaktor hochzukurbeln.
Auch die unsichere Kamera macht sich negativ bemerkbar. Ob während der Anreise die Landschaft aus einem Auto heraus gefilmt wird oder die Gruppe einen Bergweg entlang marschiert, - die Kamera wackelt in eigentlich bewegungsarmen Momenten, später fällt die unzureichende Beleuchtung auf, die phasenweise zum Ratespiel einlädt.
Ähnlich ist es um den Score bestellt, der fast dauerhaft in einer Mischung aus Synthieflächen und minimalistischem Geklimper daherkommt und für eine Mischung aus Müdigkeit und Nervfaktor sorgt.
Und allzu viel ereignet sich letztlich auch nicht. An der Tanke erhält die Truppe die obligatorischen Warnhinweise durch einen Indianer, der keiner ist. Zwischendurch werden fernab Gestalten mit Masken abgelichtet, gerne auch mal in Form von Standbildern, während die Wüstengäste viel latschen, oft dummes Zeug von sich geben, bis jemand verfolgt wird und kurz darauf ein Gesinnungswechsel bei jemandem auszumachen ist. Was speziell hierfür verantwortlich ist, darf man sich aussuchen: Geister verstorbener Indianer, Teile uralter Steintafeln oder schlicht Vorbilder wie „Die Dämonischen“.
Spannend gestaltet sich das nicht, es kommt keine Atmosphäre auf, auch nicht gegen Ende, als es ein wenig blutig wird, indem eine Skalpierung als Resultat zu sehen ist, ein Pfeil im Auge landet und die Enthauptungsszene von der Eröffnung noch einmal wiederholt wird.
Zumindest sehen die Gewalteinlagen nicht so stümperhaft aus wie die Maskeneffekte, nur ein qualmender Kühler wurde überzeugend in Szene gesetzt.
Viele Zutaten typischer Werke von Olen Ray fehlen hier schlichtweg. Es wird wenig Trash geboten, es mangelt komplett an Charme, es gibt lediglich eine Szene mit entblößter Oberweite und lahme Figuren, die eher nerven denn für Kurzweil sorgen.
Trotz der kurzen Laufzeit von 82 Minuten ein ziemlich ödes Unterfangen.
2,5 von 10