„Runaway Train“ ist ein weiterer Achtziger-Actioner der Superlative, wobei die Handlungsstruktur keinen Spielraum für Ballereien und ähnliches lässt, sondern mehr auf eiskalten Survival vor ebenso frostiger Kulisse:
Die beiden Schwerverbrecher Manny (der härteste Mann, der jemals in einem Film zu sehen war: Jon Voight) und Buck (im Original ziemlich nervig: Eric Roberts) brechen aus einem Hochsicherheitsgefängnis mitten in Alaska aus und springen auf der Flucht vor der Polizei und dem fanatischen Gefängnisdirektor an einem Bahnhof auf vier gekoppelte Dieselloks. Noch beim Anfahren erleidet der Zugführer einen Herzinfarkt, und die Loks rasen ungebremst durch die arktische Steppe. Während man in der Schaltzentrale der Bahngesellschaft verzweifelt versucht, den Zug zum Stoppen zu bringen, bekommt auch die Polizei Wind von dem Fall und heftet sich an den vermeintlich unbemannten Todeszug, der in eine sichere Katastrophe rast...
Obwohl dieser knallharte Thriller von Exil-Russe Andrej Konchalovski, basierend auf einer Idee der japanischen Filmlegende Akira Kurosawa bis auf die Hauptdarsteller mit eher unbekannten Namen daherkommt, kann er dennoch mit allen Größen aus dieser Zeit mithalten. Die Spannung ist kaum zu überbieten und genauso wenig die Dramatik, die durch das emotionale Spiel der Darsteller durch und durch nicht zu kurz kommt! In der ersten halben Stunde serviert man dem Zuschauer erstklassigen, realistisch-harten Prison-Escape, aber danach bekommt der Streifen im wahrsten Sinne des Wortes erst so richtig Fahrt! Der Bodycount bleibt zahlenmäßig tief, doch die paar Gewaltszenen haben es richtig in sich und lassen einem das Blut gefrieren, wenn das nicht schon durch die arktische Atmosphäre geschehen ist. Trotz aller Wuchtigkeit werden die Hauptcharaktere doppelbödig und differenziert beleuchtet und auch die Dialoglastigkeit kommt nicht zu kurz. Handwerklich stimmt sowieso alles und der Soundtrack untermalt jede Szene mit der richtigen Stimmung. In Erinnerung bleibt vor allem Jon Voight als knallharter Einzelkämpfer, gegen den Knacki Roberts vollkommen verwaist wirkt. Gerade die letzte Szene des Films brennt sich bei jedermann ins Gedächtnis ein, da sie dramatisch gesehen kaum steigerbar ist und die Schauspieler noch mal alles geben!
Also – Fans der Achtziger und Actionfreunde gehen am besten noch heute ins Geschäft und besorgen sich die MGM-DVD (leider mal wieder für MGM typisch ohne vernünftige Extras) für einen Zehner und lassen sich dieses Survival-Brett voll und ganz schmecken.