Sylvester Stallone spielt einen, in die Jahre gekommenen Profikiller, der nun seinen letzten Auftrag ausführen möchte. Er soll eine Computer-Hackerin, gespielt von Julianne Moore, töten und ihr eine Diskette mit geheimen Informationen stehlen, dabei sitzt ihm jedoch ein junger, aufsteigender Killer, gespielt von Antonio Banderas, im Nacken, der ihn töten will, um endgültig die Nummer eins zu sein.
Drehbuch: Larry und Andy Wachowski, Produktion: Joel Silver, Regie: Richard Donner, Besetzung: Sylvester Stallone, Antonio Banderas. Es gibt kaum einen Film, an dem dermaßen viele Action-Spezialisten beteiligt waren, von der halben "Matrix"-Crew, über die beiden Hauptdarsteller, bis hin zu Regisseur Richard Donner, der schon mit "Superman" und "Lethal Weapon" zwei Kult-Action-Filme in Szene setzte. In Anbetracht von Cast und Crew ist "Assassins" aber bei Weitem nicht so gut, wie er hätte werden können, ist aber dennoch ein rundum ordentlich gelungener Action-Thriller, der durchaus anständig unterhalten kann. Im Wesentlichen ist es dabei die gelungene Inszenierung von Donner, der mit einem ziemlich hohen Tempo und einer rasanten Inszenierung einen soliden Spannungsbogen erreicht und bis zur letzten Minute konsequent an Spannung und Tempo zulegen kann, die den Film trägt. Vor allem beim Finale, wo die Gefahr förmlich in der Luft schwebt, baut Donner eine gespannte Atmosphäre auf und verstärkt dies noch einmal mit der schnellen Spannungs-Musik, die ebenfalls ziemlich gut in den Film passt. Dramaturgisch wäre bei der Love-Story zwischen Stallone und Moore sicherlich noch mehr drin gewesen, dafür lässt Donner diese klischeehafte Liebes-Geschichte immerhin nicht aufgesetzt wirken. Die Action-Szenen sind ordentlich inszeniert, sind aber nicht sonderlich spektakulär gemacht und gänzlich ohne größere Spezial-Effekte und choreografisch ansehnliche Nahkampf-Szenen.
Nachdem Sylvester Stallone mit "Rocky" und "Rambo" zur Action-Ikone aufgestiegen war, ging es mit ihm seit Ende der 80er mehr oder weniger konstant nach unten und Flops wie "Stopp! Oder meine Mami schießt" produzierte er mehr oder weniger am Fließband, bis er mit "Cliffhanger" noch einmal Morgenluft schnupperte. Neben "Copland" ist "Assassins" einer der wenigen Erfolge, die der Action-Opa vor seinem Comeback mit "Rocky Balboa" und "John Rambo" feiern konnte. Und der Erfolg ist sicherlich gerechtfertigt, denn Stallone macht sich definitiv ziemlich gut und passt mit seiner sympathischen Art recht gut in die Hauptrolle. Darüber hinaus passt es ebenfalls gut, dass der in die Jahre gekommene Stallone den ausgebrannten Killer spielen soll und das macht er überzeugend und ist vor allem in den Action-Szenen nach wie vor voll und ganz in seinem Element. In den Liebes-Szenen mit Julianne Moore ist er leicht überfordert, alles in allem ist dies definitiv seine beste Leistung seit "Cliffhanger". Nach "Desperado" darf Banderas erneut einen Killer spielen und macht sich dabei in der Rolle des psychisch angekratzten Profikillers ganz gut und liefert ein überzeugendes Feindbild ab. Julianne Moore kann in Action- und Liebes-Szenen gleichermaßen überzeugen und liefert damit eine sehenswerte Vorstellung ab.
Die Story ist solide, aber nicht sonderlich atemberaubend. Es gibt ein paar unvorhersehbare Wendungen, die zum Großteil zünden können und mit ein paar Nebenhandlungen und dem einen oder anderen innovativen Einfall reicht sie aus, um die Laufzeit einigermaßen sinnstiftend zu füllen, auch wenn sich das ganze alles in allem im Bereich des Altbekannten bewegt und im Großen und Ganzen ziemlich vorhersehbar ist. Die Charaktere haben für diesen Action-Thriller ausreichend Tiefgang, auch wenn hier ebenfalls ein paar Klischees verwendet werden. Von den Wachowski-Brüdern, die mit "Matrix" und "V wie Vendetta" zwei innovative und gelungene Drehbücher geschrieben haben, hätte man dann doch mehr erwartet.
Fazit:
Mit einem ordentlichen Spannungsbogen, einer soliden Story, einer gelungenen Inszenierung und einem guten Cast ist "Assassins" ein durchaus sehenswerter Action-Thriller, der anständige und kurzweilige Unterhaltung bietet, aber die Erde hätte sich definitiv auch ohne den Film weitergedreht.
70%