Als "Assassins" werden politisch oder finanziell motivierte, meist aus dem Hinterhalt agierende Auftragsmörder bezeichnet (wörtlich übersetzt bedeutet es "Meuchelmörder" (oder Attentäter), auf klingelnde Kinokassen dürfte man sich bei diesem Titel aber nicht freuen). Dies wurde in Deutschland fälschlicherweise mit dem Allerweltswort "Killer" wiedergegeben (von "Übersetzung" kann man hier auch nicht mehr sprechen, da "Killer" ein englisches Wort ist).
Diese Filmkritik bezieht sich auf die US-Version.
Der alternde Auftragsmörder mit Decknamen Robert Rath (Sylvester Stallone) ist die Nr.1 im Geschäft. Bei einem Auftrag kommt ihm der aufstrebende Jungkiller Miguel Bain (Antonio Banderas) in die Quere und liquidiert die Zielperson. Nach einem anschließenden Feuergefecht wird Bain zwar verhaftet, kann sich aber befreien und macht Rath später auch dessen vermeintlich letzten Auftrag streitig. Einer Computerhackerin, die brisantes Informationsmaterial besitzt, soll die Diskette samt Daten abgejagt werden. Bain kommt Rath zwar zuvor, kann sich die Diskette jedoch nicht sichern, wohingegen sein Kontrahent mit der IT-Spezialistin durchbrennt. Getrieben von der Motivation, Rath von der Pole Position im Killer-Geschäft zu verdrängen, jagt Bain das Pärchen bis nach Puerto Rico, wo sein Gegenspieler vor einigen Jahren einen folgenschweren Fehler begann. Dort schließt sich der Kreis...
"Assassins" wirkt wie ein durchschnittlicher B-Movie mit zwei viel zu bekannten Hauptdarstellern. Die schlichte, fast steril wirkende visuelle Verpackung rührt daher, dass sich das Geschehen hauptsächlich auf einem Friedhof, in spärlich dekorierten Wohn- und Hotelzimmern, in einer Bank und einer Ruine abspielt. Auch die Effekte lassen eher zu wünschen übrig - die Explosionen kommen kaum über TV-Niveau hinaus, und die dünn gesäten Shootouts werden auch noch mit antiquierten und dazu noch schallgedämpften Schießprügeln veranstaltet.
Filme mit geringem Budget müssen sich nicht unbedingt vor Blockbustern verstecken, was das asiatische Kino belegt. Doch Assassins hat ansonsten auch nicht viel zu bieten. Die schwache Story ist im Kern eine der unzähligen Kopien von John Woos Meisterwerk "THE KILLER". So oft hat man schon den Profikiller, der ausgerechnet bei seinem letzten Auftrag Nerven zeigt und sich damit sein eigenes Todesurteil unterschreibt, gesehen. Klischees sind auch unübersehbar - Handschellen waren noch nie ein Problem, ein Genick lässt sich so leicht brechen wie eine Sesamstange, bei Unfällen wird der Killer natürlich nicht verletzt, die Partnerin des Protagonisten ist immer unfähig, Vertrauen ist tödlich... Auch die deutschsprachigen (als niederländisch angekündigten (!)) Interpol-Agenten dienen lediglich als Kanonenfutter für den Super-Killer.
Moralisch bleibt der Film durchaus bedenklich. Das Töten findet im rechtsfreien Raum statt, Recht und Ordnung werden zu lästigen, unfähigen Statisten degradiert. Zielpersonen werden lediglich als "mark" bezeichnet. Doch am besten dokumentiert wird die Inhumanität in der Anfangsszene, als Rath mit Gummistiefeln durch das Moor läuft. Einen Menschen zu töten ist für ihn kein Problem, aber nasse Füße will er nicht haben. Die Hände schmutzig machen (im übertragenen Sinne), die Drecksarbeit erledigen, das berührt ihn nicht.
Unterm Strich bleibt ein menschenverachtender, klischeebeladener, mit zwei viel zu bekannten Schauspielern fehlbesetzter Actionthriller, der zwar die Spannung konsequent aufrechterhalten kann, sich jedoch durch mangelnde Innovation, spärliche Action und ethisch fragwürdige Inszenierung diskreditiert und bei zivilisierten Zuschauern einen negativen Nachgeschmack hinterlässt.