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Nun ja: die Grund-Idee von „Surviving the Game“ ist so alt wie die filmische Steinzeit. So verfilmte Ernest B. Schoedsack 1932 zum ersten Mal eine Menschenjagd-Story unter dem Titel „Graf Zaroff – Genie des Bösen“ mit „King Kong“-Dame Fay Wray in Schwarz-Weiß. Hier strandete eine Gruppe Schiffbrüchiger auf der Insel von titelgebenden russischen Adligen und wird später von ihm gejagt.
Ein weiterer prominenter Vertreter dieser Thematik ist der wohl beste Film von Jean-Claude van Damme (neben „Universal Soldier“): John Woos „Harte Ziele“ von 1993. Ebenso wie in „Surviving the Game“ werden hier Obdachlose gejagt und ebenso wurde hier eine gehörige Film-Prominenz versammelt.

Die Story dreht sich in „Surviving the Game“ um den Obdachlosen Mason (launig dargestellt von Ice-T), welcher als angeblicher „Jagdhelfer“ von einer Gruppe Reicher rekrutiert wird. In den Bergen weit abseits der Zivilisation beginnt eine Hatz auf Leben und Tod, denn Mason wird für ein saftiges Entgelt (insofern er die Zivilisation zu Fuß erreichen kann) selbst zum Gejagten. Doch dann dreht er den Spieß um…

Es fällt auf, dass Regisseur Ernest Dickerson den altbekannten Plot nur notdürftig variiert. Allerdings zeichnet sich sein Film durch gut getimte Action-Szenen und einen akzeptablen Spannungsbogen aus. Der Einstieg –bis es endlich zur Jagd kommt- ist mit 40 Minuten (also fast der Hälfte des Films) etwas lang geraten, aber die packende Hetzjagd danach entschuldigt auch dafür. Ein Film dieser Art hätte so viel Prominenz nicht benötigt, man konnte dennoch mit Ice-T („Tresspass“), Rutger Hauer („Blade Runner“), F. Murray Abraham („Der Name der Rose“) und John C. McGinley („Sieben“) eine beachtenswerte Besetzung verpflichten. Die 2.Hälfte des Films gibt zudem nützliche Survival-Tipps und falsche Fährten, was auch zu einer erhöhten Spannung beiträgt. Das Ende ist aber überkonstruiert und gerade zu lächerlich geworden, entbehrt aber –wie der Rest des Films- nicht einer gewissen Ironie. So hat Ice-T ob seiner Verfolgung doch immer einen flapsigen Spruch auf den Lippen.

Letztendlich bleibt „Surviving the Game“ eine –in der 2.Hälfte des Films- packende Hetzjagd mit zu langem Einstieg. Allerdings ist der Film besser geraten als manch vergleichbarer Billig-Streifen mit ähnlich ausgelutschter Thematik. Daher 7 von 10 Punkten.

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