Die Zukunft . Die Astronauten Kemp und Karminski arbeiten mit ihrer Raumfähre auf dem Mond . Dort bergen sie Satellitenschrott oder lassen sich für Charterflüge engagieren . Eines Tages taucht der zwielichtige J.J. Hubbard bei ihnen auf und macht ihnen ein Angebot , das sie nicht ablehnen können ... bzw. wollen . Sie sollen einen Asteroiden , der voller Saphire steckt , auf den Mond umlenken , damit Hubbard die seltenen Steine dann abernten kann . Wenig begeistert , stimmt Kemp zu , da er dringend eine neue Fähre benötigt um weiter fliegen zu können . Zeitgleich ist auch noch die schöne Clemp Taplin auf dem Mond angekommen und möchte ihren Bruder besuchen , der einen Claim auf der Dunklen Seite des Mondes besitzt . Doch Clemps´ Bruder taucht nicht - wie eigentlich versprochen - in Moon City auf und ist auch sonst nicht zu erreichen , denn wegen eines Sattelitenproblems ist die Dunkle Seite des Mondes seit 2 Wochen nicht mehr zu erreichen ...
1969 war das Jahr der ersten bemannten Mondlandung und die Weltraumeuphorie befand sich auf ihrem Höhepunkt . Ein Film , der mit Sicherheit dazu beigetragen hatte , diese Begeisterung zu nähren , war Stanley Kubricks " 2001 - Odyssee im Weltraum " gewesen . Von diesem Hype wollten nun offenbar auch die Hammer Studios profitieren , schickten mit " Two Moon Zero " ihren einzigen Science Fiction Beitrag ins Rennen und ließen sich nicht lumpen und legten sogar noch 20 Jahre drauf , denn " Two Moon Zero " spielt nicht 2001 , sondern 2021 !
Ein großer Erfolg war dem Film jedoch trotzdem nicht beschieden .
Was wohl daran lag , dass die Euphorie NACH der Landung schon wieder am Abklingen war und der Film , jetzt , da die Welt den echten Mond gesehen hatte , nicht mehr so beeindruckend wirkte , wie er es vielleicht ein Jahr zuvor noch der Fall gewesen wäre .
Dabei kann man über die Effekte , jedenfalls für die Zeit , nicht wirklich meckern . Damals bestand natürlich alles aus Modellen , die allerdings so gut aussahen , dass sie angeblich noch bei TV Serien wie " Space 1999 " und Kinofilmen wie " Superman 2 & 4 " und in " Moon " von Duncan Jones im Jahr 2009 verwendet wurden und sich teils kaum von heutigen Illustrationen der NASA zu neuen Mond- & Marsmissionen unterscheiden .
Wobei das übrige Design zwischen dem Realitätssinn von " 2001 - Odyssee im Weltraum " ( ohne natürlich je an das Niveau heranreichen zu können ) und der flippigen " Funkigkeit " eines " Space 1999 " schwankt , was meist in den recht bunten Kostümen der Frauen , gewöhnungsbedürftigen Perücken , einem dudelndem Soundtrack und merkwürdigen Tänzen zum Ausdruck kommt ( wie man ja früher gerne in Science Fiction Serien tanzte - von der " Raumpatrouille Orion " bis zu " Buck Rogers " ) und heute noch amüsieren kann .
Und auch die drei Hauptfiguren machen durchaus Spaß . Als da wären der schlagkräftige und nicht auf den Mund gefallene Space Cowboy Kemp mit seinem , sich ständig irgendwelche Vorschriften ausdenkenden , Sidekick und Ingenieur Karminski und die besorgte Schwester Clemp Taplin , denen ich gerne länger zugesehen hätte .
Als größtes Problem entpuppt sich schließlich die Geschichte , denn die geht nicht wirklich voran , lässt einen gelungenen Spannungsaufbau weitgehend vermissen und vertrödelt teils zu viel Zeit damit ( meiner Meinung nach gar nicht so falsche ) wissenschaftliche Fakten zu erklären . Sind die ersten 30 Minuten noch durchaus unterhaltsam und verstehen es recht geschickt eine fremde Welt auf dem Mond zu etablieren , so passiert danach erst einmal zu wenig und es wird kaum klar , auf was die Erzählung eigentlich hinauslaufen soll . Geht es um das Geschäft mit dem Asteroiden , das Verschwinden von Clemps´ Bruder , irgendeine Verschwörung auf der Dunklen Seite des Mondes oder etwas ganz anderes ?
Erst in den letzten 30 Minuten verwandelt sich " Banditen auf dem Mond " ( der deutsche Verleih wollte wohl nach dem internationalen Scheitern des Films eher an die damals beliebten Italo Western erinnern ) in eine Art Space Western und nimmt sogar noch einen kurzen Umweg über ein Survivalabenteuer auf dem Mond , bis es dann zum Showdown kommt , in dem die Hintermänner der Geschichte ohne ersichtlichen Grund auftauchen und mehr oder weniger freiwillig gestehen , was dann doch etwas enttäuschend ist .
Fazit : Ein klassisches Heldentrio , dem man gerne zusieht , und gute Effekte und Bauten stehen einem mangelhaften Spannungsbogen entgegen . So ist der Film eher ein Kuriosum im Œuvre des weltbekannten Horrorstudios , den man sich schon deswegen mal ansehen kann , weil ausnahmsweise kein Vampir oder zusammengenähtes Monster im Mittelpunkt steht . Und wenn es sich auch mit Sicherheit ( und zu recht ) um keinen Klassiker des Studios handelt , wundert es mich dennoch , dass so ein Ausnahmefilm ( ganz neutral gemeint ) nie auf deutsch auf DVD erschien ...