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Ein richtig schöner Klassiker aus der Schwarzen Serie, als es düstere Plots und kriminelle Energie noch reichlich in Hollywood gab. Selbst nicht Genre-Freaks ist dieser Beitrag meist bekannt, da die Prämisse (Bettlägerige Frau hört am Telefon von dem Plan ihrer eigenen Ermordung) recht originell ist.

Allerdings gibt es reichlich Irrtümer über den wahren Ablauf des Films, denn es geht hier wider Erwarten nicht daraum, daß eine Frau verzweifelt aber wirkungslos bemüht ist, einen Mordplan zu verhindern. Tatsächlich erfolgt der verräterische Telefonzwischenfall schon nach wenigen Minuten und es geht auch weniger um die Rettung der Hauptdarstellerin, als vielmehr um die Umstände, die zur ihrer geplanten Ermordung geführt haben.
Diese erfährt man über den ganzen Film verteilt aus Rückblenden, da diverse Beteiligte (die Sekretärin ihres Mannes, ein Arzt, ein ehemaliger Mitarbeiter) bei ihr anrufen oder von ihr angerufen werden und so die Wahrheit wie ein Puzzlespiel zusammengesetzt wird.

Kennzeichen des Plots sind die ständige Unwilligkeit der Protagonistin, die Wahrheit zu akzeptieren. Stanwyk ist hier ein hypochondrisches, psychosomatisch behindertes Wrack, daß aus reinem Eigensinn und Besitzdrang einer Freundin den Mann ausspannte, ihn heiratete und ihn in einem Zustand der Abhängigkeit von ihr und ihrer Familie beließ, bis er ohne anderen Ausweg, eine eigene Existenz aufzubauen, gezwungen war, kriminell zu werden. Die Figur, die sie spielt, ist dabei nicht offensiv böse, sondern strahlt mehr beiläufige Egozentrik aus, die sich in Krankheitssymptome verwandelt, sobald ihr Mann (ein erntefrischer Burt Lancaster) erste Schritte auf eigenen Füßen machen will. Vor der Wahrheit verschließt sie jedoch die Augen, was im vorliegenden Fall dazu führt, daß sie den Fakten zwar einerseits hinterherforscht, sie andererseits aber gar nicht hören will.

Damit schließt sich der Kreis, in dem sie sich selbst in diese Lage gebracht hat, aus der sie auch nur selbst wieder herausgekommen wäre, hätte sie an ihrem Mann einmal Anteil genommen. Allerdings resultiert in der Egozentrik auch einiges unlogisches Verhalten, wie nie dauernde weinerliche Verweigerungshaltung und die Tatsache, daß sie nicht rechtzeitig um Hilfe ruft. Das Finale, daß gehörig dramatisch daherkommt, ist dementsprechend pechschwarz und drückt einem trotz der im ganzen Film herrschenden Hoffnungslosigkeit heftig einen rein.

Ein wunderbar kriminelles Puzzlespiel, daß eine Schuld-und Sühne-Handlung der Möglichkeit des Ausspielens einem suspensereichen wehrlosen Ausgeliefertsein (siehe: der Schluß von "Das Fenster zum Hof") vorzieht. Herb und gut (7,5/10).

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