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Eigentlich sollte er schon längst zuhause sein. So wartet Leona (Barbary Stanwyck) ungeduldig auf ihren Gatten (Burt Lancaster) und lässt sich per Telefonvermittlung mit seinem Büro verbinden. Doch was sie durch einen Zufall durch den Apparat hört, sind die Stimmen zweier Männer, die sich über einen heute Abend stattfindenden Mord unterhalten. Soll dies etwa ihr gelten?

Bis ihr dieser Gedanke kommt, dauert es aber eine ganze Weile. Diese wird gefüllt mit allerlei Rückblenden, die den familiären und medizinischen Hintergrund beleuchten und auch eine Begegnung aus Leonas Vergangenheit steht parat. Hinzu enträtselt sich Stück für Stück eine Geschichte mit krimineller Energie. Eine schöne Idee ist hier eine Rückblende innerhalb einer Rückblende. Die Geschichte springt immer wieder durch die Zeitebenen, was ihr einen interessanten Aufbau verleiht. Denn bis zum recht knackigen Ende puzzelt sich der Zuschauer wie Leona durch all die Verwicklungen, die in der kurzen Zeit auf sie einprasseln.
Das Telefon als einzige Verbindung, als Überbringer von Rettung und Verderben steht hier ebenso im Mittelpunkt wie die unebene Beziehung zwischen den beiden Verheirateten. Aus heutiger Sicht natürlich etwas altbacken, wird diese Vernetzung aber anschaulich illustriert.

Barbara Stanwyck spielt Leona besitzergreifend und kontrollierend, durch ihre Neurosen inzwischen völlig durch den Wind. Das ist mitunter theatralisch, den Sympathiewettbewerb gewinnt sie aufgrund ihres Charakters allerdings sowieso nicht. Sie nahm sich, was sie wollte, ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer Beteiligter. Mit einer Selbstverständlichkeit, unter der nicht nur Henry leidet, von Burt Lancaster routiniert verkörpert. Generell mutete die darstellerische Leistung okay an, ein nuanciertes Spiel sucht man hier allerdings vergebens. Vielleicht ist dies auch der Vorlage geschuldet, dem Hörspiel „Sorry, wrong number“, bei dem man die herrschende Dramatik mit anderen Mitteln transportiert. Das Medium Film funktioniert da eben etwas anders, was man durch die vielen Rückblenden auch nutzt.

Netter Thriller, der sich Stück für Stück zusammensetzt und mit einem überraschend konsequenten Ende aufwarten kann. Zwischen theatralisch und routiniert runtergespielt, macht er es aufgrund des Fehlens einer sympathischen Figur in der Hauptbesetzung schwer, emotional mitzugehen. Trotzdem gut konstruiert und bis zum Ende interessant.

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