Jochen Taubert dürfte einigen noch ein Begriff sein, denn mit „Psychokill – Tod der Schmetterlinge“ lieferte er wohl einen der nervigsten Filme ever ab.
Mit diesem Zombiefilm verbessert er sich in einigen Bereichen deutlich, bringt es jedoch immer noch nicht zustande, seine Geschichte auf den Punkt konzentriert vorzutragen.
Im Mittelpunkt steht ein Arzt (Thomas Kercmar), der bereits anno 1945 im zweiten Weltkrieg ein Reanimationsserum zu sich nahm und seither nicht mehr altert. Nun will er jenes Serum rekonstruieren, doch als Nebenwirkung werden die Probanten zu Zombies…
Genau genommen fängt die Misere schon beim paradoxen Titel an, denn ein Zombie muss eigentlich nicht reanimiert werden, sondern eine Leiche.
Dafür schleichen sich recht früh kleine Punkte der Anerkennung ein, als der Einstieg direkt mit Colorkey-Technik überrascht, in dem die Farbe Rot innerhalb eines Schwarzweiß-Szenarios hervorsticht. Als man jedoch zum Schauplatz einer kleinen Wohnung umschwenkt, treten die Begleiterscheinungen einer typischen Amateurproduktion deutlich hervor: Laiendarsteller, schlecht abgemischter Ton, einfachste Kulissen und ein leicht rauschendes Bild aufgrund minderwertiger Kamera.
Mal gut, dass der Streifen sich selbst nicht sonderlich ernst nimmt.
Im Folgenden wechselt die Handlung zu mehreren Ebenen. Zunächst rächen sich Arzt und Gehilfe an Fremdgängern, dann schwenkt man zum Hintergrund in den zweiten Weltkrieg um (hier stellt die gut ausgearbeitete Farbgebung einen inszenatorischen Höhepunkt dar), bis man letztlich einige Zombies in Aktion zeigt, wobei Splatterfreunde nicht allzu viel erwarten sollten.
Denn sämtliche Einschüsse sehen zwar recht gelungen aus und das Zustechen mit Pflock oder Mistgabel geht völlig in Ordnung, doch sobald zugebissen wird, hält die Kamera aus einem Blickwinkel drauf, aus der rein gar nichts erkennbar ist, weil außer dem Zerbeißen von roten Blutkapseln auch nichts geschieht. Sämtliche Bissszenen kaschieren somit das leichte Unvermögen der FX.
Ähnlich ergeht es phasenweise der Handlung, denn etwas nackte Haut gehört zwar dazu, aber eine Einstellung beim Eincremen muss beileibe nicht so lange andauern und auch das Treffen in einem Rockerschuppen trägt rein gar nichts zur Handlung bei.
Immer wieder nehmen redundante Momente das Tempo völlig heraus und lenken vom eigentlichen Kern ab, denn schließlich will man Zombies in Action sehen.
Dieses wird zumindest im letzten Drittel ein wenig geboten, als ein Küchenchef mit allen möglichen Mitteln zur Gegenwehr übergeht und es im Freien zum Showdown kommt, der aufgrund mangelnder Dramaturgie zwar nicht spannend ausfällt, aber zumindest mehr Bewegung ins Spiel bringt.
Auch regen hier ein paar übermäßig betonte Zeilen der Darsteller zum Schmunzeln an, obgleich niemand außer Kercmar als Hauptfigur und Manoush in einer Nebenrolle überzeugen kann.
Die etwas sprunghafte Erzählung bringt dennoch keine Identifikationsfigur, niemanden zum Mitfiebern hervor. Fast ungerührt prallen sämtliche Szenen an einem ab, die lockere Stimmung, die beim Dreh geherrscht haben muss, kommt zwar ab und an rüber, doch im Gesamtbild hat man schon weitaus originellere Zombiefilme auf Amateurniveau erlebt.
Letztlich kann man Taubert eine Weiterentwicklung auf handwerklicher Ebene attestieren, da zumindest Kamera und Editing solide ausfallen, doch durch das Verlieren des roten Fadens stellt sich zeitweise auch schlicht Langeweile ein.
Somit beileibe nicht gut, aber mit passablen Ansätzen und innerhalb einiger Momente sogar halbwegs unterhaltsam.
Knapp
4 von 10