Während sich die Mammuts Manni und Elli auf die Geburt ihres Kindes vorbereiten und Säbelzahntiger Diego mit dem Gedanken spielt, die Herde zu verlassen, steht auch Faultier Sid an einem Wendepunkt in seinem Leben: Er will Kinder haben. Daher adoptiert er kurzerhand drei Eier, die er unter einer Eisdecke in einer Höhle findet und wird prompt glücklicher Vater dreier T-Rex-Babys. Als dann jedoch die echte Mutter auftaucht, wird er zusammen mit den drei Babys in ein unterirdisches Reich verschleppt, in dem viele Dinosaurier überlebt haben. Nun liegt es an Manni, Diego und den anderen, ihn zu retten.
Nachdem der charmante, überaus amüsante Animationsfilm "Ice Age" in den Kinos große kommerzielle Erfolge verbuchen konnte und ein enorm hohes Einspielergebnis auch beim Sequel nicht ausblieb, war es im Grunde klar, dass die "Ice Age"-Franchise wohl um einen weiteren Teil bereichert werden würde und der wird hier von Carlos Saldanha, der beim ersten Teil als Co-Regisseur fungierte und beim schwächeren, aber dennoch ordentlichen zweiten Teil allein Regie führte, in die Kinos gebracht.
Offensichtlich war, dass man sich wohl etwas Neues einfallen lassen musste, da die alten Konzepte bereits im zweiten Teil erste Verschleißerscheinungen zeigten, aber das gelingt nicht so richtig. So ist die Story wenig einfallsreich und verläuft sehr kalkulierbar, die Versuche, die Dramaturgie ein wenig voranzutreiben, etwa durch die leichten Depressionen von Diego, den Kinderwunsch von Sid oder der Schwangerschaft von Elli, versanden plump im Nichts und so geht dem Film der charmante Grundeindruck des ersten Teils leider etwas ab.
Wenn es also schon bei der Story keine wesentlichen Neuerungen gibt, versucht man es vor allem über den visuellen Weg. So werden diesmal sogar riesige Dinosaurier in den Animationsfilm integriert, so ziemlich alle Urzeitwesen, die in Spielbergs "Jurassic Park" und dessen Nachfolgern auftauchten, haben einen Auftritt und auch an Action-Szenen wird vor allem beim Finale nicht gespart. Den kleinen Zuschauern mag dies sicherlich gefallen, aber als Unterhaltung für die ganze Familie - sprich: Auch für die Erwachsenen- geht dieses Konzept eher weniger auf, da es doch eher der liebenswerte Charme war, der "Ice Age" ausmachte, als Action-Szenen, bzw. die Animation immer größer und eindrucksvoller wirkender Urzeitbestien. Dabei ist die Animation aber durchaus lobend zu erwähnen und der optische Eindruck ist unterm Strich gut genug, dass zumindest die Defizite bei Dramaturgie, Plot und Charme eher weniger ins Gewicht fallen, auch wenn aus dem Hause Pixar sicherlich noch bessere Bilder kommen.
Wesentlich fataler ist es, dass die Gags, bei denen im ersten Teil im Grunde beinahe jeder ein Treffer war, qualitativ deutlich schwanken. So sind wieder einige Slapstick-Einlagen vom Feinsten vorhanden, einige skurrile Einfälle sind eingearbeitet und auch am Timing kann man wenig bemängeln. Hinzu kommen noch die Einlagen um Scrat und seine Nuss, die immer mal wieder für Lacher sorgen, auch wenn das weibliche Pandon das komödiantische Potential vielleicht ein bisschen vermindert. Und dann wäre da auch noch die überaus gelungene deutsche Synchronisation, wobei natürlich einmal mehr die amüsante, einzigartige Synchro von Otto Waalkes wirklich kaum lustiger sein könnte. Allerdings sind auch immer mal wieder wirklich schlechte, peinlich naive Gags dabei, die das Vergnügen ein wenig trüben. So hätte man sich auch diesmal die beiden Wiesel mit ihren kindischen Kommentaren schenken können und auch Gags um Manni, der vor der Geburt seines Kindes sehr nervös ist, oder Sid, der sich nicht so recht von seinen Kindern trennen kann, leiern nach einer Zeit aus, während der Rambo-Verschnitt, der die Gruppe durch den Dschungel führt, durchaus einige gute Gags vom Stapel lässt. Und auch durch den einen oder anderen Rohrkrepierer verschlechtert sich der Grundeindruck gegenüber dem ersten Teil noch mal ein wenig und so reicht es diesmal nur zu Mittelmaß, was hier unterm Strich präsentiert wird, zumal auch der eine oder andere Song im Film sehr unpassend und direkt peinlich daherkommt, während es am eigentlichen Score nichts zu bemängeln gibt.
Fazit:
Unterhaltsam ist "Ice Age 3" auch für den erwachsenen Zuschauer durchaus, da einige gute Slapstick-Einlagen vorhanden sind und auch animationstechnisch gute Arbeit geleistet wird. Allerdings fehlt aufgrund des schwachen Plots, der aufgesetzten Dramaturgie und einigen, wirklich peinlich naiven Rohrkrepierern leider der charmante Grundeindruck des ersten Teils und damit wird der Film wohl nur für die kleinen Zuschauer über das Mittelmaß hinauskommen.
58%