Review

Vergessene Beiträge aus dem großen Topf des Slashers werden demnächst wohl häufiger zum Remake verwurstet werden, da es besonders in den späten 70ern bis Mitte der 80er einige Streifen gab, die dem breiten Publikum kaum bekannt sein dürften.
„The House On Sorority Row“ von 1983 erinnert beispielsweise frappierend an die Prämisse von „Ich weiß, was du letzten Sommer…“, nur dass Erstgenannter einige Jahre älter ist.
Das Remake beschreitet hingegen kaum neue Wege und wartet mit hinlänglich bekannten Zutaten auf, die kaum Originalität beinhalten.

Die verschworene Studenten-Schwesternschaft Theta-Pi feiert Jubiläum und will einem Typen mit einer fingierten Tabletten-Überdosis eines Mädchens einen Mordsschrecken einjagen.
Doch der Typ dreht durch und bringt die vermeintlich Tote tatsächlich um, die kurzerhand von der Schwesternschaft in einen Minenschacht versenkt wird.
Acht Monate später steht der Abschluss an, doch scheinbar weiß jemand von den bis dato geheim gehaltenen Geschehnissen…

Die Basis des Originals erscheint bemerkenswert, zumal einige Bestandteile durchaus als Ideengeber für spätere Genre-Beiträge angesehen werden können.
Umso enttäuschender ist die oberflächliche Ausarbeitung dieser Neuauflage, welche mit ihren Protagonisten nie über stereotype Schablonenzeichnungen hinaus kommt.
Wir haben die hochmütige und selbstgerechte Anführerin Jessica, die moralische Instanz Cassidy, die schüchtern-ängstliche Streberin Ellie und die bumsfidele Chugs.
Zwar vermag die spannende Ausgangssituation mit dem makaberen Spaß und der anschließenden Bredouille noch die Aufmerksamkeit an sich binden, doch diese schwindet vor allem im Mittelteil, bis der Killer unter der schwarzen Kapuze überhaupt erstmals zuschlägt.

Gefühlte 80 Minuten befindet man sich mit einer Horde feiernder Studenten in einem üppig ausgestatteten Wohnhaus inklusive Pool und ordentlich Schaum, während am Rande einer nach dem anderen von der Kapuzenperson geholt wird.
Größtenteils einfallslos, wenn auch ab und an blutig, geht jene mit einem umfunktionierten Radkreuz zu Werke, was in den meisten Tötungssituationen viel zu schnell und unspektakulär abläuft.
Was das Interesse bei alledem, und zum Ende hin zusehends schüren kann, sind die zahlreichen Wendungen und Spuren zum immer kleiner werdenden Täterkreis, welche teilweise ein wenig an die „Scream“ - Reihe erinnern.
Besonders im letzten Drittel rettet das konstant hohe Tempo einen passablen Unterhaltungswert.

Bei alledem sollte man genrebedingt über einige eklatante Logiklöcher hinwegsehen können und bei sämtlichen Darstellerinnen mit ihren austauschbaren Gesichtern eine talentfreie Zone erwarten.
Als okay ist schließlich noch die solide Kameraarbeit mit ein paar effektiven Nahaufnahmen anzusiedeln, ebenfalls der Score, welcher bei den Temposzenen ordentlich Gas gibt.

Insgesamt betrachtet bietet „Schön bis in den Tod“ einen Slasher von der Stange. Einen der für die Dauer einigermaßen unterhält, aber binnen kurzer Zeit vergessen sein dürfte.
Obgleich die Grundidee einige brauchbare Wendungen parat hält, ist die Identität der/des Killers doch recht weit her geholt und wer bei den genreüblichen Ingredienzien mehr Blut und mehr nackte Haut als durchschnittlich erwartet, sollte ebenfalls auf verwandte Produktionen zurückgreifen.
Zwar recht flott und ohne größere Umschweife erzählt, bleibt der Streifen reichlich blass und unscheinbar.
4,5 von 10

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