Auf Jyugon, den Schüler einer japanischen Highschool, haben gleich zwei Mädchen ein Auge geworfen: Keiko, die Anführerin der angesagten Girlie-Gothic-Clique der Schule, und die unscheinbare Austauschschülerin Monami, die immer mit einem Cape behangen im Unterricht sitzt.
Es stellt sich schon bald heraus, dass Monami ein Jahrhunderte altes Vampirmädchen ist, und da sie die Einsamkeit plagt, lässt sie Jyugon von ihrem Blut trinken und macht ihn somit zu einem „halben Vampir“. Keiko, die meint, dass Jyugon rechtmäßig ihr Eigentum sei, ist natürlich stocksauer. Es kommt zur Auseinandersetzung auf dem Schuldach, von dem aus Keiko leider in den Tod stürzt.
Macht aber nix! Keikos Vater, der Chemielehrer der Schule, tüftelt nämlich bereits seit geraumer Zeit im Schulkeller an einem Elixier, das Tote zu neuem Leben erwecken soll, wobei er einen hohen Verschleiß an Schülern an den Tag legt. Der Hobby-Frankenstein flickt Keikos zermatschtem Körper mitsamt einigen Extras wieder zusammen. Der Kampf um Jyugons Gunst kann beginnen…
Von den Machern von „Stacy“, „Eat the Schoolgirl“ und „Tokyo Gore Police“, der die Reanimation des Bodyhorrors und eine FX-trächtige Schlachtplatte sondergleichen darstellte, nun der neuste Streich: „Vampire Girl Vs. Frankenstein Girl“.
Ja, Gorehounds dürfen das Silberbesteck rausholen und die feine Tischdecke auflegen, denn auch diese Neuinterpretation von „Dracula jagt Frankenstein“ ist rein Splatter-technisch wieder völlig „over the top“ und brutal bis zum Blutstau. Es wird amputiert was das Zeug hält, Haut wird von Körpern gerollt als wäre es Klopapier, Skelette brechen aus Leibern heraus, Menschen werden in der Mitte gespalten und gezwölfteilt… - ein absolutes Schlaraffenland für Splatterfreunde! Die FX sind dabei zu 90% schön handmade, sprich: aus Latex, CGI’s kommen eher selten zum Einsatz.
Das Blut spritzt wie wild in die Kamera und es werden in Arien ausufernde Szenen geboten, in denen der Lebenssaft in Zeitlupe Fontänen artig aus allen möglichen Körperöffnungen sprudelt, was doch sehr an die Ästhetik von „Tokyo Gore Police“ erinnert.
Parallelen finden sich da noch mehrere. Beispielsweise wird auch hier wieder das Thema mit dem „Wrist Cutting“ aufgegriffen. An der Highschool gibt es hier eine ganze Schülerinnenmannschaft und gegen Ende sogar eine Meisterschaft im „Sich-selbst-mit-einem-Teppichmesser-verstümmeln“ – wirklich hart an der Grenze, zumal die Thematik mit total überdrehtem Nippon-Humor vermengt ist. Ob man wegen der vielen Ähnlichkeiten zu „Tokyo Gore Police“ nun Begriffe wie „abgekupfert“ oder „ideenlos“ ins Spiel bringen sollte, ist fraglich. Oftmals wurde einfach eine bestehende Idee weitergesponnen, was mitunter sogar zu einem besseren Ergebnis führte.
Thema „Bodyhorror“: Auch hier werden wieder menschliche Körper aufs Ärgste verformt, entartet, verstümmelt, zerstört und neu zusammen gesetzt. Die Macher stellen hier eine Menge Phantasie unter Beweis. Da hebt ein Frankenstein-Mädchen schon mal mit einem an den Kopf montierten Propeller aus abgetrennten Beinen vom Boden ab.
Alles erinnert an so eine Art „Körperwelten“ auf LSD und ist mit einer saftigen Ladung Humor vermengt, der eigentlich nur als befremdlich und total abgefahren beschrieben werden kann, aber auch als zündend. Auch insgesamt fällt dieses Erzeugnis im Vergleich zu „Tokyo Gore Police“ um einiges witziger, unernster und humororientierter aus. Grenzen sind dem Humor dabei keine gesetzt. Töten ist witzig, Selbstverstümmelung ist witzig und wenn einer den halben Kopf abgehackt bekommt, dann ist das auch witzig. Diese Einstellung dürfte bei zarter besaiteten Gemütern und Normalo-Kuckern gewiss auf Widerstand stoßen. Wer aber über „South Park“ und „Troma“ lachen konnte, der wird es auch hier können. Und Leute, die filmische Gewalt geil finden, sind hier sowieso goldrichtig.
Splatter: (+)(+)(+)(+)(+)[(+)]
Fun: (+)(+)(+)(+)(-)
Story: (+)(+)(-)(-)(-)
Fazit:
Die Japaner scheinen den Dreh langsam raus zu bekommen und so erleben wir mit „Vampire Girl Vs. Frankenstein Girl“ einen überaus ausgewogenen Mix aus extrem grafischen Hardcore-Splatter, Komik und total kranken Kopfgeburten. Bei Filmen wie „Machine Girl“ oder „Samurai Princess“ hatte man noch immer das Problem, dass praktisch keinerlei (oder eben nur ein Minimum an) Handlung vorhanden war und das Gezeigte nur aus einer ermüdenden Aneinanderreihung grober Gewaltexzesse bestand. Die Story steht natürlich auch hier weit weit im Hintergrund, doch irgendwie wurde dies ganz geschickt kaschiert, so dass der Streifen tatsächlich beinahe lückenlos unterhält.
Wer also auf diesen neumodischen, hyperbrutalen, allen Konventionen trotzenden Nippon-Splatter abfährt, der allmählich zum neuen Standard zu werden scheint (Yes!), sollte sich diesen verstümmelten Hundling von Film um nichts in der Welt entgehen lassen.