Einmal mehr untermauern die Japaner ihr Faible für grelle Comic-Verfilmungen, in vorliegendem Fall nach dem Manga von Multitalent Shungiku Uchida, die auch als Sängerin und Schauspielerin tätig ist. Für die Regie zeichnen sich hingegen zwei bekannte Namen verantwortlich: Yoshihiro Nishimura („Tokyo Gore Police“) und Naoyuki Tomomatsu („Zombie Self Defense Force“).
Entsprechend ist die Mischung von vorne bis hinten völlig abgedreht und verläuft meistens sinnfrei.
Tokio, irgendein Valentinstag: Der Schüler Jugon steht im Mittelpunkt zweier junger Damen, einerseits Keiko, die herrschsüchtige Gothic-Lolita und andererseits Monami, die schüchterne neue Schülerin. Als Monami Jugon eine mit Blut gefüllte Praline schenkt, wird er zum Halb-Vampir, doch nachdem Keiko vom Schuldach stürzt, sieht ihr Vater, Chemiker und Nachfolger von Frankenstein, eine Chance seine Tochter zu reanimieren…
Was zwangsläufig zum titelgebenden Kampf führt, dem man bereits innerhalb der ersten Minuten beiwohnen kann. Jene verdeutlichen bereits die Marschrichtung: Literweise spritzendes Blut, skurrile Waffen, bunte Kostüme und eine Menge Slapstick durchziehen diesen Streifen, der einen Haufen Freaks und hysterische Gestalten einbindet.
Ob eine Gruppe von Mädchen, die für den Armritz-Wettbewerb trainieren oder die Ganguro-Girls, die sich als Afroamerikaner verkleiden, dazu der irre Wissenschaftler, der sich wie ein südamerikanischer Stammesgott verkleidet oder seine Assistentin, die kurvenreiche Krankenschwester der Schule, - jeder schneidet Grimassen, blickt regelmäßig in die Kamera und schreit, grölt, singt, quäkt oder kichert dabei debil, - jedem Durchschnittszuschauer dürfte das spätestens nach zwanzig Minuten reichlich auf die Nieren gehen.
Aber Freunde des durchgeknallten Splatter-Trashs können zumindest am Rande auf ihre Kosten kommen, vor allem aufgrund aberwitziger Einfälle. Da mutieren Schrauben zu lebendigen Kriechtieren, der buckelige Hausmeister wirft mit Knochenteilen um sich, ein Arm wird als Propeller auf dem Kopf umfunktioniert oder als Bumerang und ein Chinesisch-Lehrer spricht beiläufig über „The Grudge“, wobei jener Lehrer von Takashi Shimizu verkörpert wird, der eben jene Reihe um „Jo On“ begründete.
Zum Finale geht es dann in luftige Höhen auf den Tokyo Tower und am Ende folgt ein kleiner Twist, der die vorangegangenen Gefühlsduseleien in Sachen große Jugendliebe gekonnt auf den Arm nimmt.
Was sich vom Prinzip her als groteske Farce abzeichnet und in vielen Nebenhandlungssträngen nur wenig Sinn ergibt, entpuppt sich als beschwingter Fun-Splatter, bei dem das Blut etwas zu häufig aufs Objektiv spritzt und etwas zu viele gut gelaunte Songs untergebracht wurden. Immerhin konnte man noch ein wenig sozialkritische Untertöne in Bezug auf fragwürdige Mode-Erscheinungen anbringen und wenigstens ist die Hauptdarstellerin eine niedliche, während das hohe Tempo der letzten halben Stunde für einige Durchhänger im Mittelteil entschädigt.
Insgesamt also eher ein Streifen für Fans durchgeknallter und bizarrer Kost, die weniger Wert auf eine durchdachte Story legen, denn auf fliegende Körperteile, etwas Cosplay und überkandidelte Figuren.
Knapp
6 von 10