Review

Die Story ist hier schon genügend kolportiert worden.

Cronenberg polarisiert sicherlich wieder seine Zuschauer. Das hat er auch während des Zuschauens mit mir gemacht. Obwohl ich großer Cronenberg Fan bin, dachte ich nach ca. der Hälfte des Films einen der schwächsten Filme von ihm vor mir zu haben - ich tendierte zu einer 4/10.

Selten hat aber das Schlußbild und die Gedanken an den Film danach (was nicht oft vorkommt) meinen anfangs getrübten Eindruck doch noch sukzessive verbessert. Es ist dennoch schwer verdauliche Filmkost und man denkt oft zwischendrin, daß der Regisseur sich hier übernommen hat und das Motto "strange-as-strange-can" überzogen wurde.

Die Schauspieler agieren angemessen unterkühlt und souverän zugleich. Und vor allem ohne Rücksicht auf Ettikette und Moral. Auch die Erotikszenen sind relativ offen und gewagt. Gorehounds werden den Film kategorische ablehnen. Ich zähle mich auch durchaus zu den überaus hartgesottenen Sehern.

Doch es gibt so einige Szenen die durchaus direkt oder indirekt Ekel auslösen - nicht brachial. Sondern langsam, fließend, aber damit um so NACHHALTIGER - wie das liebkosen der gegenseitigen Narben und das perfide Spiel von Unfallverletzungen, Behinderungen und die Lust den anderen zu lieben und gleichzeitig zu verletzen...

Wie gesagt, alles sehr ruhig und selbstverständlich vorgetragen, der Seher wird wirklich auf eine Geduldsprobe gestellt. Ich rate sie durchzuhalten, es wird ein Filmerlebnis der anderen Art sein.

Es ist nicht mein Lieblingsfilm von Cronenberg, dafür ist das Sujet zu speziell aber ich gebe gute 7/10 Punkte.

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