"Crash" ist ein Film, über den es mir schwerfällt, eine Kritik zu schreiben. Ich denke, dass er auf jeden Zuschauer anders wirkt.
Es geht um den von seinem monotonen Alltag gelangweilten Filmproduzenten James Ballard, der nach einem Autounfall eine völlig neue Art von sexueller Wahrnehmung entwickelt. Von nun an stellt Sex in Verbindung mit einem Autounfall eine völlig neue Grenzerfahrung für ihn dar. Auch die Beifahrerin des anderen Unfallwagens scheint dasselbe zu spüren.
Sie fangen mit ein paar Gleichgesinnten an, berühmte Autounfälle nachzustellen, wobei die Grenzen zwischen Lust und Gefahr immer weiter zu verschwimmen scheinen...
Zugegebenermaßen hört sich die Handlung irgendwie sehr verrückt an. Aber wer ein paar von David Cronenbergs Filmen gesehen hat, weiß, dass er weit davon entfernt ist, seichte Unterhaltung zu bieten. Mit "Crash" lebt er seine Fantasien der Verschmelzung von Mensch und Maschine, die sich wie ein roter Faden sowohl durch seine früheren Filme ("Videodrome"), als auch durch spätere ("Existenz") zieht, völlig aus. Dabei gerät der Zuschauer, ob er nun etwas mit dem Thema anfangen kann, oder nicht, unwillkürlich immer tiefer in den Sog des Films. Was Cronenberg hier an Atmosphäre und unterkühlten Bildern bietet, ist schon atemberaubend. Durch die geniale Musik von Howard Shore und vor allen Dingen die tolle Performance von Elias Koteas als Vaughan gewinnt der Film noch zusätzlich an Intensität.
Obwohl das Thema meiner Meinung nach nicht besonders ansprechend ist, hat Cronenberg "Crash" so perfekt inszeniert, dass er doch zum Nachdenken anregt. Jeder, der einen Film abseits vom üblichen Hollywood - Popcornkino sehen will, sollte "Crash" eine Chance geben.
7/10 Punkte