,,Clubs, Drugs, Pubs and Partys"
- Was anderes scheint es für die 4-Köpfige Clique aus England nicht zu geben. Montags bis Freitags quälen sie sich mit dem ,,realen" Alltag herum (Familienprobleme, stinklangweilige Jobs,etc.) bis am Wochende dann endlich ordentlich abgefeiert werden darf. Mit Ecstasy, Koks und Gras gehts dann ordentlich vorwärts und die Figuren tauchen in ihre Traumwelt ein. Wenn das Wochende wieder rum ist, geht alles wieder von vorne los und man erfährt, wie intensiv die Drogen das Leben beeinflussen kann.
Der Film spaltet sich in 2 Hälften: Die Erste zeigt das euphorische Partyleben der englischen Raveszene und das ,,Abschillen" bei einer Hausparty. Die Lebensumstände der Charaktere sind depremierend bis erschreckend, dennoch wird alles mit viel Humor vermischt und man kann schon fast sagen, dass es sich hierbei um einen abgedrehten Klamauk handelt.
Die 2. Hälfte zeigt das Leben nach den Partys und was die Drogen für Spätfolgen haben können. Der Soundtrack wird düsterer und alles wirkt seelenloser. Man stellt sich die Frage, ob das Feierngehen überhaupt noch einen Sinn ergibt, wenn danach alles verwirrend, kalt und demotivierend ist.
Der größte Pluspunkt bei ,,Human Traffic" ist der Humor, keine Frage. Die Dialoge sind zum Schreien komisch ( besonders die Gespräche/ das Anschreien zwischen Coop und Jip) und die Situationskomik lässt kein Auge trocken ( ich sag nur ,,Masturbation"). Es ist verblüffend ,wie Regisseur ,,Justin Kerrigan" so ein Gagfeuerwerk erschaffen konnte, obwohl er wenig Erfahrung im Filmgeschäft hat (Human Traffic ist sein einzigstes Werk).
Was den Film aber gnadenlos in den Dreck zieht, ist meiner Meinung nach die Verherlichung von Drogen (insbesondere Ecstasy). Hier werden sie geschluckt, als wären es Gummibärchen und die Hauptfigur beschreibt seine Rauschzustände mit so viel Begeisterung, als wären sie Gottesgeschenke. Der Dj schreit glücklich,,Ecstasy liegt in der Luft" durch den Club und eine Schwester erlaubt seinem jüngeren Bruder eine Pille zu schmeissen, ,,da er ja sowieso irgendwann damit anfinge". Freundschaften, sowie Beziehungen scheinen noch leidenschaftlicher und intensiver zu sein wenn man was eingeschmissen hat.
Jetzt werden bestimmt ein paar von euch sagen: Hey, die letzte halbe Stunde zeigt die Schattenseiten der Drogen und es wird einem klargemacht, das Rauschmittel ein besseres Leben nicht erzeugen können. - Dies stimmt aber nur zum Teil. Jedem aus der Clique scheint es nach dem abfeiern blendend zu gehen. Nur eine Figur hat offenbar Probleme mit seiner Psyche und seinem Leben. - Aber auch nur, weil er doppelt soviel nimmt wie die anderen und da ist es eher verständlich. Die Message lautet also: Wenn du dir ZU VIELE Drogen schmeisst, gehts bergab. Man sieht das die anderen mit weniger Drogenkonsum gemütlich durchs Leben schlendern und das ist einfach falsch. Ein einmaliger Genuss dieses chemischen Drecks kann bittere Folgen haben und das Leben grundliegend verändern ( die Erfahrung machte ich (leider) auch).
Bei meiner Bewertung lande ich in einer Zwickmühle, da ,,Human Traffic" eine Gaggranate erster Güte mit einem klasse Soundtrack ist. Auf der anderen Seite kann ich aber nur noch mit dem Kopf schütteln. Zum Glück ist der Streifen erst ab 18 und die FSK hat (zum ersten Mal) richtig gearbeitet.
ICH KANN DEN FILM EINFACH NICHT BEWERTEN!