Nein, dies ist nicht das ultimative BioPic über Wernher von Braun und sein Team. RACE TO SPACE verquirlt stattdessen auf relativ fantasievolle Weise Fakten und Fiktion, betreibt aber selbst keine Wissenschaft, sondern inszeniert die NASA als locker-leichtes Soziotop, in dem es freilich auch mal kräftig krachen kann. Ein Anliegen dieses Films ist es sicherlich, die Jugend für die Raumfahrt und die Astrowissenschaften zurückzugewinnen. Schließlich betreibt die NASA im Jahre 2005 Subsistenzwirtschaft und gilt als großer Schrottverwerter. Das Täubchen Wilhelm von Huber wird sicherlich vielen akzeptabler erscheinen als der große Falke Wernher von Braun, der ja 1944/45 mit seinen V1 und V2 Raketen auch als Rentnerschreck auftrat und insbesondere im Großraum London und Antwerpen als echte Landplage galt. RACE TO SPACE biegt sich hier sicherlich die Zeitgeschichte zurecht und schafft eine Art synthetischer Idylle, die viel Raum lässt für Vater und Sohn Konflikte oder Freundschaften zu Astroaffen. Man erwirbt mit diesem Film sicherlich keine Bildung und wird höchstens animiert, verschiedene Dinge im Lexikon zu recherchieren. Mehr wollten Herr McNamara und seine Drehbuchautoren wohl auch nicht erreichen. Die dicke Portion Orchesterkleister deutet darauf hin, dass RACE TO SPACE wohl ursprünglich dem Disney Label angedient war, aber dann aus irgendwelchen Gründen verschmäht wurde. Wir wollen nicht unfair sein...