Review

Was haben wir in den letzten Jahrzehnten viele Teens auf der Leinwand sterben sehen. Durch deformierte Rednecks, kaltherzige Serienkiller, Vampire, Zombies und nicht zuletzt Rachegeister.
Auch die Schneiderin, - das lässt der Titel überdeutlich vermuten, - tritt als Dämon auf den Plan, um ein paar Leutchen abzuschlachten. Doch warum genau das auf einer abgelegenen Insel vollzogen wird und Unbeteiligte der Reihe nach Schaden nehmen, bleibt wohl selbst den Autoren ein Geheimnis.

Nachvollziehbar ist noch, dass Allie ihren Vater sucht, der vor einiger Zeit verschwand und einige ominöse Dokumente hinterließ, die Allie gemeinsam mit fünf Freunden in eine abgelegene Inselgegend führt.
Demnach soll eine Schneiderin einige Kinder getötet haben, woraufhin sich sieben Väter zusammentaten, um die Täterin ein für allemal auszulöschen, - doch diese sucht wiederum ihre einstigen Peiniger heim…

…von denen einige bereits perdu sind, als Allie mit ihren Nachforschungen zum ehemaligen Cop Logan (Lance Henriksen) gelangt, der sie nach einigen entblößenden Fragen sogleich des Hauses verweist.
Als die Teens auf der einsamen Insel stranden, geht es mit dem Skript allerdings völlig bergab, denn ab hier hat man mit dem Konstrukt der Rachefrau und ihren Mördern überhaupt nichts mehr am Hut, sondern konzentriert sich auf das Reihum -Abschlachten der jungen Leute, die eigentlich völlig außen vor sind.
Das wäre verzeihlich und den Mustern eines Slashers durchaus dienlich, wenn die Sache zumindest ein wenig Drive aufweisen könnte.

Doch Fehlanzeige. Allie orakelt ein wenig abgehoben und wird mit Visionen als auch Alpträumen konfrontiert, während sich anderweitig Paare bilden und ihre neu gewonnene Zuneigung beim Bömbeln unter freien Himmel ausprobieren möchten, was genretechnisch nur mit dem frühen Ableben bestraft werden kann.
Leider schauen Splatterfreunde dabei komplett in die Röhre, denn lediglich Opfer werden gezeigt, der Weg dahin bleibt uns verwehrt und bis auf ein paar Nadelstiche in Wange und Hals sind überhaupt keine Blutszenen vorhanden.

Entsprechend selten sieht man die dämonische Schneiderin, meist per durchschnittlicher CGI und zum Ende mit etwas mehr Tamtam, doch die Screentime reicht noch nicht einmal, um eine anschließende Phantomzeichnung anfertigen zu können.
Darüber hinaus ist es mit den Figurenzeichnungen schlecht bestellt, mit den überhaupt nicht markanten Darstellern auch und von der schlecht besetzten Synchro mal ganz zu schweigen.

So will im Dickicht auf der austauschbaren Insel rein gar keine Atmosphäre aufkommen und wenn es einmal ansatzweise spannend wird, betrifft dies allenfalls den kurz geratenen Showdown.
Doch auch hier untermauern die finalen Szenen die Unausgewogenheit der Geschichte, wenn die letzten Beteiligten nicht nachvollziehbaren Aktionen nachgehen und man sich abschließend fragen muss, was das eine mit dem anderen zu tun hat.

Ein Aushängeschild wie Henriksen bringt ergo nichts, wenn der Rest einfach nicht zusammenpassen will. Ansatzweise kommt zwar die blasse Farbgebung zur Geltung und die angedeuteten FX lassen erahnen, dass die Sache mit etwas mehr Gore hätte aufgewertet werden können, doch letztlich resultiert daraus ein innovationsloser Slasher mit vielen Logiklöchern und wenigen ansprechenden Szenen.
3 von 10

Details
Ähnliche Filme