Review

Die “Schneiderin” war einst eine unschuldige Frau, die von Ordnungshütern zu Tode gefoltert wurde und seit dem verflucht ist. Blutrünstig und rachsüchtig jagt das abscheulich verstümmelte Gespenst eine kleine Gruppe von Freunden, die auf der Insel, wo sie selbst einst starb, gefangen sind. Die Freunde, angeführt von Allie, suchen nach deren vermisstem Vater. Als Allie zu verstehen beginnt, dass ihr Vater einer der Ordnungshüter war, beginnt unter ihren Freunden eine grauenhafte und schreckliche Serie von Todesfällen, für die die “Schneiderin” verantwortlich ist. Als die letzten beiden überlebenden Ordnungshüter auch auf der Insel erscheinen, muss Allie sich entscheiden die Flucht von der unwegsamen Insel oder Rache üben für den Tod ihrer Freunde.

Wieder mal versucht sich ein unbekannter Regisseur im billig herstellbarem Wald- und Wiesenhorror und erleidet dabei ziemlichen Schiffbruch, denn was Seamstresse hier anbietet ist ein ziemlicher Murks in allen Belangen. Das geht schon bei der Story los, die sich ja vorgeblich um die Rache der Näherin an ihren damaligen Peinigern drehen sollte. Davon erfährt der Zuschauer einerseits nur einzelne Bruchstücke und andererseits gehts hauptsächlich um ein halbes Dutzend Jungspunde die auf einer einsamen Insel das ratet-mal-wer-überlebt Spielchen betreiben.
Wie leider so oft wird dem geneigten Konsument bereits bei den ersten Worten der Darsteller die Lust genommen, denn wir bekommen mal wieder eine Synchro der besonders untalentierten Art präsentiert. Andereseits passt das wiederum eigentlich ganz gut zu dem Wortdurchfall den sich der Haufen Jugendliche an den Kopf wirft. Bevor im Film nämlich irgendwas passiert wird gepoppt, zwischendurch mal masturbiert und anschließend weitergepoppt, da hätte wohl auch der talentierteste Drehbuchschreiberling echte Probleme sinnhafte Dialoge zu schreiben. Apropos poppen, nicht das jetzt die Voyeurfraktion aufhorcht, mehr als eine Frau im BH gibts nicht zu sehen.
Zu sehen gibts auch nicht viel in Sachen Härte. Man könnte ja meinen die FSK Einschätzung beruhe auf vielen gorigen und blutigen Szenen, aber is nicht. Gekillt wird in den meisten Fällen nur im Off um dann das tote Opfer zu präsentieren, mehr als eine Nadel im Hals und dann noch im halbdunkel gibt nicht zu sehen, eigentlich kann der Streifen locker als 16er Freigabe durchgehen, aber da wollte man wohl aus Marketinggründen an die zahlungsfreudige Hardcore Kundschaft ran.
Ebenfalls ein Ärgernis sind die Darsteller in Kombination mit den Charakteren die sie zu spielen haben. Da hätten wir als erstes mal eine doofe Trulla als Hauptdarstellerin die ihre Freunde mies behandelt und rumbrüllen als eine hohe verbale Kunstform versteht, dazu gibts ein Haufen belangloser und austauschbarer Sidekicks und natürlich noch Lance Henriksen als nominelles Zugpferd. Letzterer wirkt allerdings eher müde und lustlos und ahnte wohl in was er da hineingeraten ist.
Seamstress ist einfach nur eine öde Nummer, bis im Film mal irgendwas interessantes passiert, kann man getrost einen kleinen Spaziergang machen ohne etwas relevantes zu versäumen und auch dann kommen nur noch lasch aneinandergereihte Szenen ohne jeden Esprit. Insgesamt ein ganz schwaches Werk.
2/10

Details
Ähnliche Filme