Schade, schade, schade. Da fängt das Kriegsepos mit der wunderbar gnadenlos inszenierten Landung der US-Truppen in der Normandie an und wird dann durch eine hanebüchene Geschichte zerlegt.
Wie schon erwähnt landen die Allierten an den Stränden der Normandie. Dies wird dank der Handkamera gnadenlos dargestellt. Es ist erschreckend und bewegend zugleich wie Spielberg die aufgeriebenen jungen durchnässten und ängstlichen Soldaten darstellt. Ein einzelnes Leben scheint keine Bedeutung zu haben, das Individuum wird menschenverachtend mit Füßen getreten und qualvoll umgebracht. Nichts von Heldentum oder von der romantischen Idee des glamourösen Soldatenlebens, die man früher so gerne auf Zelluloid darstellte. Brutal werden sie zerschossen und umgebracht. Nichts hat mehr eine Bedeutung. Nichts kann einen retten. - Diese knallharte und realistische Darstellung verdient tiefen Respekt.
Doch dann kommt irgendein dussliger Autor daher und dreht den Spieß um. Auf einmal zählt das einzelne Individuum wieder etwas und acht Soldaten werden auf den Weg geschickt einen zu suchen, dessen Brüder im Krieg schon alle fielen und er nun als Trost der Mutter noch heimgeschickt werden soll. Dafür opfert die US-Armee zu einem noch so unsicheren Zeitpunkt, wo das weitere Vorrücken noch nicht gesichert war acht Männer. Wer das glaubt, der kann mir gerne den Osterhasen grüßen...
Handwerklich bleibt Spielberg perfekt, obwohl er zunehmend inkonsequenter wird. Einmal auf dem falschen Fuß verhaspelt er sich immer wieder in Logikmängel.
So werden die deutschen Soldaten wieder als eiskalte herzlose Wesen dargestellt, die keine Gefühle kennen und denen "Moral" ein Fremdwort ist. Die Amerikaner sind hingegen nett und zeigen sich beherzt als sie einen deutschen Soldaten verschonen und ihm das Leben schenken, während dieser nachher die Mannen umbringt die ihm das Leben schenkten. Diese bösen Deutschen aber auch!
Spielberg kennzeichnet die heldenhaften Momente seiner supersympathischen Yankees indem er das Bild leicht aufhellt und jeder noch so dumme Deutsche beim Gucken merkt: Ahhh, der Ami, der machts richtig.
Zu guter letzt verteidigen knapp ein Duzent Amerikaner mit wenig Bewaffnung eine Brücke gegen die deutschen Truppen, die ja nur mit knapp viermal sovielen Mannen und zudem einem Panzer angreifen. (Der Panzer ist übrigens ein russischer, Mr. Spielberg...)
Natürlich gewinnen die Amis, da sich die Deutschen als taktisch unklug darstellen, eigentlich sogar strunzdumm, während die US-Einheiten eine taktische Finesse nach der anderen an den Tag legen. Wer in Geschichte nur halbwegs aufpasste weiß, dass dies eine genaue Verdrehung von Tatsachen ist.
Nun denn, die Gruppe der acht Helden wurde sogut wie aufgerieben und der zu findende Soldat hat es geschafft, er darf nach Hause, weil diese ihr Leben für ihn opferten.
Die Schauspieler agieren gut, allen voran Tom Hanks, der es immer wieder schafft selbst schwache Bücher nicht ganz so schwach wirken zu lassen. Dennoch enttäuscht uns Spielberg nach seinem genialen Beginn mit Storyschwäche, historischem Unfug und allzuviel Pathos. Da hilft auch die realistische Darstellung nicht. Sehr schade, vor allem da dieser Film auch oft hoch gelobt wird und diese Geschichte des Krieges doch nunmal einfach falsch ist.
Der einzige positive Aspekt neben der Landung in der Normandie ist die frühzeitige Erschießung von Action-Hirni Vin Diesel durch einen deutschen Scharfschützen. Da soll noch einer sagen, dass die Deutschen im Krieg nur schlechtes taten...
Enttäuschend. 3/10 Punkte.