Wer für diesen Müll viele Punkte gibt, der hat wahrscheinlich keinen eigenständigen Filmgeschmack, hält sich selbst für einen selbstgefälligen Amerikaner oder findet alles toll, was Spielberg so bastelt.
Im Hinblick auf das Handwerkliche ist der Film ja gelungen, das wars aber auch schon.
Der Anfang ist tauglich, der D-Day ist brutal und kann den einen oder anderen schon schockieren. Einige werden wohl auch gedacht haben: "Wir (also Deutsche) waren und sind ja solche Schweine, dass wir da auf die Leute da geschossen haben." Denen sei gesagt: Es war Krieg, da werden Leute erschossen! Das Kotzen aufgrund der Brutalität ist schon okay, so was lässt ja auch die Kassen klingeln, wenn es sich rumspricht, stimmts?
Dann setzt aber die "Handlung" ein. Die ist so ekelerregend patriotisch, selbstgefällig, kommerziell und klischeebeladen, dass ich mich so sehr aufrege wie Spielberg, wenn er keinen Oscar bekommt. Eine Truppe US-Soldaten latscht umhher, um den im Titel erwähnten Soldaten zu retten und nach Hause zu bringen, damit Mama noch einen Sohn hat, der sie dann einmal im Monat im Seniorenheim besuchen kann. Sie finden ihn schließlich, nachdem sie u. a. in ihrer Güte einen Deutschen am Leben gelassen haben. Ryan ist aber ein guter Kamerad und will seine Einheit nicht hängen lassen, da seine Ehre Treue zu heißen scheint. Das Motiv der Opferbereitschaft für eine Person ist im Film ja wirklich nicht neu, passt aber auch zum Beispiel in einen Kracher wie "Der Schatten des Shogun" viel besser.
Gegen Ende kommt der Deutsche wieder, dem sie das Leben geschenkt haben. Von Dankbarkeit natürlich keine Spur, er mordet unter den "Helden", wobei ein Kampf recht kreativ gemacht wurde: Er ersticht einen der Amis mit einem Dolch, was mit den Worten dazu wie eine Vergewaltigung wirkt. Der ultraböse Deutsche musste ja sein, damit die US-Soldaten noch toller erscheinen.
Das Schlimmste ist der Schluss, der alte Ryan steht am Grab von Hanks und salutiert. Ich dachte mir noch so: jetzt fehlt nur noch die US-Flagge für den absoluten Patriotismus-Kitsch und da wurde sie auch schon eingeblendet. Hier und nicht bei der Anfangssequenz hätte ich fast gekotzt. So einfältig kann das Thema Patriotismus nur noch in Hollywood abgehandelt werden.
Ich muss unbedingt mal wieder "Duell" oder "Der Weiße Hai" sehen, um mich zu erinnern, dass Spielberg auch mal wirklich gut war.
Fazit: Große Namen und keine allenfalls eine schlechte Story in scheinbar gut "tarnender" Aufmachung.