Review

„Krieg ist Scheiße!“ So banal wie dieser Ausspruch auch klingen mag, umfasst er das Absurde eines Zustandes, der sich allgemein in Unverständnis, Trauer und Leid manifestiert!

Spielbergs Versuch mit dem Film „Der Soldat James Ryan“, diese Absurdität des Krieges zu erfassen polarisiert...

James Ryan ist der letzte Überlebende von vier Brüdern. Aufgrund dieser Tatsache soll er wieder zurück in die Heimat. Eine Truppe, welche den D-Day überlebt hat, soll für seine unversehrte Rückkehr sorgen.
So beginnt die Suche nach dem Soldaten James Ryan, im umkämpften Norden Frankreichs.

Zurück zu Spielbergs Versuch, die Unmenschlichkeit und den Irrsinn des Krieges, filmisch darzustellen.
Die Landungsszene am Strand ist von der ungeheuerlichsten Intensität, die ich jemals in einem Antikriegsfilm erlebt habe. Die Grausamkeit, dass wie schon zuvor erwähnte Absurde und Unmenschliche des Krieges wird mit einer zerstörerischen Bilderflut, dem Zuschauer präsentiert.
Die Präsentation dieser authentisch wirkenden Filmsequenzen, hinterlassen beim Zuschauer bleibende Spuren und man ist einfach nur dankbar, dass man selbst nicht in dieser Situation war und hofft, dass man nie in eine solche Situation kommen wird. So erging es mir zumindest bei diesen mehr als erschütternden Szenen. Spielbergs Ziel, einen Antikriegsfilm zu drehen, ist mit seiner authentischen Landungsszene somit gelungen.

Die Suche nach dem Soldaten Ryan: Hier scheiden sich wohl die Geister, was denn das jetzt soll. Da ich Filme gerne ganzheitlich betrachte, nehme ich die Leitintention der Landungsszene am Strand als Ausgangsbasis für die filmische Legitimation dieser Suchaktion.
Das konsensfähige Prinzip, dass das Allgemeinwohl über das des Einzelnen steht, wird systematisch, durch die Ausnahmesituation Krieg, ausgeblendet. Hier findet wieder eine krasse Darstellung der Absurdität des Krieges statt, wo der Zuschauer aktiv teilnehmen kann und was sich in den hier polarisierenden Meinungen diesbezüglich reflektiert.
Hier kann man Patriotismus und dergleichen reindeuten, doch dass würde sich allein von der logischen Seite, mit der Landungsszene am Anfang beißen! So sehe ich hier weniger die Intention Spielbergs diese „Ryansuche“ zu glorifizieren, sondern gerade das Darstellen dieser irrsinnigen Aktion, was sich übrigens in den Dialogen deutlich manifestiert. Zum Einen wenn die Truppe den Captain fragt, was dass soll, dass alle ihr Leben für einen Mann riskieren, sagt er, dass es nun mal ein Befehl ist und die Ausführung zu seinen Aufgaben gehört. Zum anderen will Ryan bei seiner Findung nicht Heim. Er argumentiert zu Recht, dass alle anderen auch ein Recht hätten zurück in die Heimat zu gehen. Captain Miller versteht es und muss sich dem beugen...
Und dann kommen wieder Standardparolen, die nicht ganz unberechtigt sind für viele Hollywoodproduktionen, zum Vorschein, die jedoch in keinster Weise auf „Der Soldat James Ryan“ zutreffen. Die Amerikaner werden nicht als die Unfehlbaren dargestellt. Sie schießen auch auf die sich ergebenden Wehrmachtssoldaten, um nur ein Beispiel zu nennen.
Das Zeigen der „Stars and Stripes“ scheint wohl auch viele zu stören...warum eigentlich? Wofür haben wir eine Flagge eigentlich... außerdem bekennen wir uns neuerdings auch zu unserer Flagge! Dies hat nichts mit einem ausgeprägten Nationalgefühl oder dergleichen zu tun, um es sicherheitshalber anzumerken.




Fazit: „Der Soldat James Ryan“ operiert mit den Ambivalenzen des Krieges in einer Perfektion, was sich schließlich in den Reviews deutlich zeigt! Alleine deswegen hat er sein Ziel erfüllt: Man redet über die Geschehen; Man setzt sich kritisch mit der Vergangenheit und dem Krieg auseinander!

Sehr guter Antikriegsfilm der durch tolle Schauspieler brilliert. Da kann man sagen was man will, der Film erfüllt sein Ziel mit Perfektion (VOR KRIEG ABSCHRECKEN!- FÜR DIEJENIGEN DIE ES VERGESSEN HABEN), alles andere ist Pauschalgenörgel von unreflektierten Hollywoodkritikern.

10 Punkte

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